Theaterrezension

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose...

Rose ist viele, Rose ist eine und vor allem ist Rose ein Mädchen mitten in der Pubertät. Wir betreten ihr...Kinderzimmer? Jugendzimmer? Einen Raum für Experimente, in dem die großen Fragen des Erwachsenwerdens wie Konfetti in der Luft herumwirbeln.
Roses Welt ist rosa und schwarz und voller Lichterketten.

Vor dem Saal in Etage Eins im Theater der Jungen Welt (TdjW) hängen eine Hand voll MP3-Player von der Decke. An jedem von ihnen baumelt ein Kopfhörer. Setzt man die Kopfhörer auf, erklingt Ed Sheeran neben Deutschrock. Es handelt sich um den „Soundtrack meines Lebens“ ausgewählt von Teenagern eines Schulzentrums in Muldental. Rose, die zentrale Figur des Stücks „Rose Rose Rose“. Das Stück feierte am Wochenende seine deutschsprachige Erstaufführung und hätte vielleicht dieselben Songs ausgewählt. Denn auch die Hauptfigur Rose befindet sich mitten in der Pubertät und das bedeutet vor allem eines: eine Achterbahn an Gefühlen, ein einziger Rausch und die ganz großen Fragen.

Do we suppose
that all she knows
is that a Rose is a Rose is a Rose is a Rose

Gertrude Stein, Operas and Plays, 1932 

C'est ma vie. It's my life. Das ist mein Leben.

Rose ist mehr als nur eine Person. Sie ist Mietzekatze-Rose und Kannibalen-Rose, Rosemary und Model, Tochter und Freundin. Tausend Persönlichkeiten in einem einzigen, sich verändernden Körper. Und keine weiß so richtig, wohin, warum und überhaupt will ich das eigentlich? Erwachsenwerden? Dass Roses Welt außerdem von Gorillas, Justin Biber und einer mal mehr mal weniger feinfühligen Mutter bevölkert wird, macht diese Fragen nicht unbedingt leichter.

 

Betreten auf eigene Gefahr

Die Theaterbühne verwandelt sich in ein rosa-schwarzes Mädchenzimmer, in dem Rose von gleich drei Schauspielern verkörpert wird. Zudem ist das Stück dreisprachig. Rose spricht mal Englisch, mal Deutsch, mal Französisch. Was zunächst verwirrend klingt, funktioniert erstaunlich gut und kreiert gekonnt einen mehrdimensionalen Charakter, dem man das „Teenagersein“ von der ersten bis zur letzten Sekunde abnimmt. Die drei Schauspieler erschaffen gemeinsam eine Dynamik und eine Achterbahn der Gefühle, die getragen von sehr lustigen Szenen über melancholische Augenblicke nahtlos in sensible, bedrückende Momente übergeht. Eine Achterbahn, auf die es sich einzulassen lohnt. Denn egal wie nah oder fern man sich diesem ominösen Ding namens Pubertät gerade befindet: nach anderthalb rasanten Stunden weiß man wieder ziemlich genau, wovon die Rede ist.

mephisto 97.6 Redakteurin Johanna Bastian war bei der Premiere dabei und hat sich auf einen Abend im Pubertäts-Forschungslabor eingelassen:

Moderatorin Isabel Woop im Gespräch mit Redakteurin Johanna Bastian
 
 

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Rose Rose Rose ist ein dreisprachiges Theaterstück aus dem Schwedischen von Malin Axelsson, Karin Serres und Marianne Ségol. Im Theater der Jungen Welt ist es noch bis Mai zu sehen. 

 

Die nächsten Vorstellungen

21. März, 11:00 Uhr

30. März, 10:30 Uhr

31. März, 10:30 Uhr