Theater

Eine Reise durchs Zauberland

Ein Wirbelsturm trägt Elli ins Zauberland. Um nach Hause zu kommen, muss sie sich auf den Weg zum Zauberer Goodwin machen. Das Schauspiel Leipzig hat diese Reise inszeniert und unter dem Titel "der Zauberer der Smaragdenstadt" uraufgeführt.
Der Zauberer der Smaragdenstadt: Zu gruselig für Kinder?
Der Zauberer der Smaragdenstadt: Zu gruselig für Kinder?

Es ist dunkel, Blitze zucken, der Regen trommelt. Wind pfeift. Im Schauspiel Leipzig erscheint der Schatten einer Hexe auf der Leinwand. Der Schatten wird größer, wirkt gefährlicher. Die Hände der Hexe machen magische Bewegungen, sie spricht eine Beschwörung: ein Sturm soll aufziehen und die Menschen vernichten. Zur gleichen Zeit versucht ein kleines Mädchen ihr Hündchen vor dem Gewitter zu retten. Der Sturm erfasst ihr Haus und trägt es ins Zauberland - wo es der bösen Hexe auf den Kopf fällt und sie somit vernichtet.

mephisto 97.6-Redakteurin Elisabeth Leisker beschreibt die Eröffnungsszene von "Der Zauberer der Smaragdenstadt":  

Elisabeth Leiser zum Stück "Der Zauberer der Smaragdenstadt".
 

Uraufführung - nach einem Roman von 1939

Mit dieser Szene beginnt das Theaterstück "der Zauberer der Smaragdenstadt", das am vergangenen Samstag im Schauspiel Leipzig uraufgeführt wurde. Die Geschichte orientiert sich am gleichnamigen Roman von Alexander Wolkow. Der russische Autor veröffentlichte ihn 1939 als Adaption auf die Erzählung "der Zauberer von Oz". Ähnlich wie im amerikanischen Original, geht es in "der Zauberer der Smaragdenstadt" um eine Reise durch ein magisches Land. Das Mädchen, dessen Haus die böse Hexe tötet, ist Elli aus Kansas. Sie will so schnell wie möglich wieder zurück nach Hause, dafür muss sie zunächst den Zauberer "Goodwin den Schrecklichen" um Hilfe bitten. Auf dem Weg zu ihm findet sie drei seltsame Gefährten: eine Vogelscheuche, einen eisernen Holzfäller und einen Löwen. Gemeinsam wandern sie den gelben Backsteinweg entlang, in Richtung Smaragdenstadt. Dabei erleben sie verschiedene Abenteuer. Endlich bei Goodwin angekommen, ist die Reise nicht vorbei - bevor er ihnen hilft, müssen die Freunde noch eine weitere Hexe vernichten.

Der Zauberer der Smaragdenstadt - eine Reise durchs Zauberland
Mohnblüten im Schauspiel Leipzig

Lichteffekte, Animationen und aufwendige Kostüme verwandeln die Bühne im Leipziger Schauspiel in das Zauberland. So fliegen in einer Szene riesige, rote Luftballons umher: sie stellen ein Mohnblumenfeld dar, nehmen die Protagonistin und ihre Freunde in einem Traum gefangen. Auch die Kostüme tragen zu der zauberhaften Atmosphäre des Theaterstücks bei. Kostümbildnern Kristina Böcher hat bei der Auswahl viel Blick fürs Detail bewiesen.

Verstand, Liebe oder Mut?

Das Stück soll den Kindern klar machen, dass Zusammenhalt und Freundschaft das Wichtigste im Leben ist. Und was ist eigentlich besser: Verstand, Liebe oder Mut? Das Ganze wird nicht hochphilosophisch besprochen, sondern eher besungen und mit "super, krass, wow" kommentiert. Zwischendurch sorgt ein clownhafter Vogelscheuch für Lacher im Publikum. Lockere Sprache und eingängige Texte begeistern die Kinder. Und auch wenn es ein bisschen albern wirken kann - das ist gut so. An manchen Stellen wird es nämlich gruslig im Saal des Schauspiels. Da kreischen Hexen, zucken Blitze, schleichen Säbelzahntiger und gefährliche Affen über die  Bühne. Besonders kleinere Kinder benötigen an diesen Stellen oft die Hand von Mama oder Papa. Dennoch hat es der Regisseur Stephan Beer geschafft, das Stück eindrucksvoll und altersgerecht zu inszenieren.

 

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Elisabeth Leisker
16.11.2015 - 14:44
  Kultur