Konzertbericht: I Am Oak

Eine Reise durch 10 Jahre Bandgeschichte

Die niederländische Band "I am Oak" starteten ihre Tour in Leipzig. In der "naTo" spielten die vier Musiker Songs aus zehn Jahren Bandgeschichte.
I Am Oak auf der Bühne der naTo
I Am Oak auf der Bühne der naTo

Die naTo ist gut gefüllt, das Publikum hat es sich gemütlich gemacht, die meisten BesucherInnen haben sich gesetzt – ob auf die treppenartige Holzkonstruktion oder auf dem Fußboden direkt vor der Bühne. Denn die Konzertbesucher*innen wissen: die Songs von I Am Oak fordern Aufmerksamkeit und tragen das Publikum gleichzeitig in eine Welt voller Gefühl und Melodie. Und das lässt sich am besten im Sitzen genießen.

I am Oak ist eine vierköpfige Formation aus Utrecht. Frontmann Thijs Kuijken übernimmt nicht nur die Leadstimme und begleitet die Lieder auf diversen Instrumenten, er komponiert und schreibt auch die Songs der Band. Neben ihm auf der Bühne steht Stefan Breuer am Bass, Tammo Kersbergen sitzt am Schlagzeug und Robby Wouters spielt Gitarre. Zusammengefunden haben die vier Musiker 2008, seitdem sind fünf Studioalben und diverse EPs entstanden. Aus dieser Palette spielten I Am Oak zu ihrem Tourauftakt in Leipzig eine gute Mischung aus alten und neuen Songs.

Eine Setlist aus zehn Jahren Bandgeschichte

Ohne Support beginnt die Band kurz nach halb neun mit dem Song „Famine“ und legt noch zwei weitere Songs vom dritten Album „Nowhere Or Tammensaari“ nach. Anschließend folgen mit „Don’t I Know Enough“ und „Trumpets“ zwei alte Lieder vom ersten Album „On Claws“. Letzteren Song haben die Vier erst das zweite Mal live gespielt, verrät Sänger Thijs Kuijken nach dem Stück. Den folgenden Song „Curt“ spielt er dann ganz allein auf seiner Akustikgitarre. Es folgt eine Songauswahl aus den verschiedenen Alben und EPs der letzten Jahre, darunter „Will I Wake“ als ganz neuer Song, der bisher nur als Single erschienen ist.

Die gefühlvollen Klänge und die melodische Sprache legen einen warmen Rhythmusmantel um das Publikum, das im Takt mitwippt, die Augen schließt und sich einfach mitnehmen lässt auf die facettenreiche Reise durch die Setlist. 

Fragerunde

Während die Gitarren gestimmt werden, gibt Bassist Breuer dem Publikum die Möglichkeit, derweil Fragen zustellen, was gern genutzt wird. Zwischen den Songs rufen Zuschauer aus allen Ecken Fragen zur Inspiration, zu Idolen und zur Herkunft des Bandnamens. Für Letzteren sorgte übrigens Bergeijk, der Heimatort des Sängers. Der Wortteil „Berg“ wurde jedoch nicht mit ins Englische übersetzt, da die Band mit ihrem Namen nicht an Mount Kimbie erinnern wollte, erzählt Kuijken, während er seine Gitarre erneut stimmt. Gitarrist Wouters fügt noch hinzu, dass Mount Oak außerdem schon der Name des Linedance Clubs aus Bergeijk ist.

Auch die Band hat Fragen ans Publikum. So wollen die Niederländer wissen, ob es wahr ist, dass Schwarzfahren hier nicht nur mit Geldbußen, sondern auch mit Gefängnis bestraft wird und wer sich schon alles bei Vero, dem neuen Social Media-Kanal, angemeldet hat. Sie halten nicht viel davon und stehen auch im Allgemeinen Internettrends eher etwas skeptisch gegenüber, deshalb ist es auch nicht möglich, am Merch-Stand mit Bitcoins zu bezahlen.

Ein gelungener Auftakt

„Palpable“ wird als letzter Song angekündigt und endet mit einem sehr energischen Instrumentalpart, in den sich die vier Musiker mehr und mehr reinsteigern. Und spätestens hier wird klar, dass Sänger Kuijken Nirvana nicht nur als Inspiration für sein Holzfällerhemd meinte, als er vom Publikum nach seinen Idolen gefragt wurde.

Nach begeistertem Applaus kommt die Band für zwei Zugaben zurück auf die Bühne. Sie bedanken sich für das gelungene erste Konzert ihrer Tour und freuen sich über die energiegeladene Show. Nach „Honeycomb“ und „On Trees And Birds And Fire“ ist dann aber endgültig Schluss an diesem Abend. Kuijken versichert aber denjenigen, die noch mehr wollen, die Band im Internet oder am Merch-Stand zu finden.  

 

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Peggy Strauchmann
06.03.2018 - 11:47
  Kultur