Im Gespräch: Sebastian Fitzek

Eine Nacht vogelfrei

Stellen Sie sich vor, Sie könnten jemanden nominieren der sterben soll. Für eine Nacht wäre diese Person vogelfrei, jeder könnte sie töten ohne bestraft zu werden. In Sebastian Fitzeks neustem Roman ist das Realität.
Buchmesse 2017
Redakteurin Anna Wamsler unterhält sich mit Autor Sebastian Fitzek über seinen neuen Thriller.

In Sebastian Fitzeks neustem Thriller kann jeder wahllos den Namen eines Menschen in den Lostopf der Todeslotterie werfen. In der AchtNacht – am 08.08. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Mit dem Auserwählten, darf eine Nacht lang alles angestellt werden, was man sich nur vorstellen kann oder vielleicht auch nicht vorstellen kann. Und das Ganze ohne Strafe. Jeder in Deutschland darf diese Person straffrei töten. Wer beweisen kann, dass er die ausgewählte Person getötet hat wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Ein schriftlicher Horrofilm

Inspiriert wurde Sebastian Fitzek durch den Film The Purge. Dort führt die amerikanische Regierung eine alljährliche „Purge-Nacht“ durch, in der alle Verbrechen inklusive Mord legal sind. Dadurch sollen die Kriminalitätsraten und Arbeitslosenzahlen niedrig gehalten werden. Gesehen hat Fitzek den Film zusammen mit seiner Frau Sandra in einem Kino in Berlin-Wedding. Sein Sohn war elf Wochen zu früh auf die Welt gekommen und lag im Virchow-Klinikum der Charitè. Die Mitarbeiter der Klinik empfahlen den Eltern sich eine Auszeit zu nehmen und das Kino war das nächstgelegene.

Es gibt sicher Menschen, die sich die Frage stellen, weshalb wir uns ausgerechnet einen Horrorfilm aussuchten, wo wir doch gerade selbst unseren privaten Horror erlebten. Aber diese Menschen lesen vermutlich selten Thriller. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass wir Spannungsfilme und -bücher als Blitzableiter benutzen, die uns die Möglichkeit geben, unsere aufgestauten Ängste und Sorgen in einem angstfreien Ambiente zu verarbeiten.

Anmerkungen des Autors in AchtNacht

Schon während des Vorspanns reifte die Idee in seinem Kopf, dass "die Säuberung" wie sie im Film genannt wird, nicht nur in ferner Zukunft Realität werden könnte, sondern sogar schon in sehr naher. Deshalb stellte er sich die wichtigste Frage seines Romans: Wenn ich heute, im Hier und Jetzt, eine einzige Person nominieren dürfte, die eine Nacht lang vogelfrei ist: Wen würde ich auswählen? Und was ist, wenn man selbst ausgewählt wurde? Wem kann man vertrauen? Wer würde einen verraten oder sogar selbst töten?

Redakteurin Anna Wamsler im Gespräch mit Autor Sebastian Fitzek über seinen neuen Thriller AchtNacht und sein erstes Kinderbuch Pupsi&Stinki, welches in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Jörn Schollmann entstanden ist.

Anna Wamsler im Gespräch mit dem Autoren Sebastian Fitzek
 
 

Kommentieren

Sebastian Fitzek wurde 1971 geboren. Er ist ein deutscher Thrillerautor und Journalist. Mit einer Gesamtauflage von etwa acht Millionen Büchern ist er einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller.

Sein neuster Thriller AchtNacht ist im Verlag Knauer erschienen.