ArtWalk-Park

Ein utopischer Traum, der Realität wurde

Wer in letzter Zeit im Clara-Zetkin-Park unterwegs war, wird sich vielleicht gewundert haben, was es mit den großen Bildern auf sich hat, die dort aufgestellt waren. Im ArtWalk-Park konnte man Kunst einmal in einer etwas anderen Umgebung erleben.
Kind vor Kunstwerk im Park
20 großformatige Kunstwerke waren im ArtWalk-Park ausgestellt.

Letzte Woche ging die Ausstellung im ArtWalk-Park zu Ende. Eine "Galerie ohne Mauern", welche entlang der Verbindung zwischen dem Leipziger Westen und der Innenstadt führte.

Unter dem Motto "Down The Rabbit Hole (In The Park)!" haben dort in den vergangenen Wochen 20 regionale und internationale Künstler ihre Kunstwerke ausgestellt. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise setzten sie das Thema von Utopie und Gegenwelten um: mit Malerei, Fotografie, Collagen oder Konzeptkunst.  

Zwei Männer vor einer Wand.
 

Schon die Idee, Kunst im Park auszustellen, scheint etwas utopisch, so die Veranstalter Philipp Ludwig Orlowski und Steve Uhlig: 

„Es ist natürlich erstmal ein Kunstraum, der zunächst nicht als Kunstraum wahrgenommen wird. Der Park ist ja erstmal ein Naherholungsgebiet, wo man Kunst nicht originär erwartet. Von daher ist es schon erstmal ein utopischer Gedanke, Kunst im Park auszustellen. Umso schöner, dass er dann Realität wurde“

Begeisterung bei den Passanten 

Die Ausstellung im Grünen kam gut an. Nach Zählungen der Veranstalter der Projektgruppe "Leipzig Young Contemporary" kamen rund 250.000 Menschen mit den Kunstwerken in Kontakt. Es gab viel positives Feedback und sogar einige intensive Diskurse mit einzelnen Passanten über Bilder, erzählen Philipp Ludwig Orlowski und Steve Uhlig. Sie sind insgesamt sehr zufrieden mit der Veranstaltung.

Alle Bilder wurden von den Künstlern übrigens exklusiv für den ArtWalk-Park geschaffen. Ob sie auch finanziell davon profitiert haben, könne man jetzt noch nicht sagen. Aber „bei einem Künstler ist ja die eine Währung das Geld, die andere ist immer die Aufmerksamkeit.", so die Veranstalter. Über die Aufmerksamkeit und das Interesse an ihren Werken hätten sie sich sehr gefreut.  

Frau vor Bild in Park
 

Ist das Kunst oder kann das weg?

Damit die Bilder nach der Ausstellung nicht einfach verschwinden, entstand schon im letzten Jahr die Idee, aus den Kunstwerken praktische Tragetaschen zu machen. Hergestellt werden sie in einer Werkstatt, in der auch Menschen mit Behinderung arbeiten. So entstehen aus einem Bild mehrere Taschen – von kleinen Mappen bis hin zu Strandbags, alle ein Unikat mit dem Motiv des Kunstwerkes.

ArtWalk-Park, die Dritte

Auch im nächsten Jahr werden die Leipziger im Clara-Zetkin-Park wieder Kunstwerke bestaunen dürfen. Im Rahmen der Kampagne "1000 Jahre Leipzig" zum Jubiläum der Stadt wird derzeit an Ideen zur Umsetzung der Freiluftausstellung gearbeitet. Wie genau das Thema zur dritten Ausgabe der Ausstellung dann umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Einen Leipzigbezug soll es aber auf jeden Fall wieder geben. 

Moderator Raimund Groß im Gespräch mit Philipp Ludwig Orlowski und Steve Uhlig von der Projektgruppe "Leipzig Young Contemporary"
 
 

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Pauline Bombeck
22.07.2014 - 19:19
  Kultur