Tag des alkoholgeschädigten Kindes

Ein Tropfen ist bereits zu viel

Ein Glas Wein am Abend, der Sekt zum Anstoßen, das Bier mit Freunden– in der Schwangerschaft sollte man auf all das verzichten, denn für das Ungeborene kann Alkohol schwere Folgen haben. Der Tag des alkoholgeschädigten Kindes soll daran erinnern.
Verantwortungslos – Alkohol während der Schwangerschaft

Bundesweit werden jährlich 10.000 Kinder neu geboren, die von Folgeschäden des Alkoholkonsums der Mutter in der Schwangerschaft betroffen sind. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Alle dauerhaften geistigen und körperlichen Schäden werden unter dem Begriff "Fetale Alkoholspektrumstörung" (FASD) zusammengefasst. FASD ist die häufigste nicht genetisch bedingte Ursache für geistige Behinderung, angeborene Fehlbildungen und hirnorganische Beeinträchtigungen. Aber auch Entwicklungsstörungen, Verhaltensaufälligkeiten oder andere psychische Anfälligkeiten sind Folgen jedes Tropfens Alkohol in der Schwangerschaft. FASD ist nicht heilbar und zeigt sich in allen Enwicklungsstufen des Betroffenen. Lediglich Therapien und Medikamente können die Folgen einschränken.

Menge und Zeitpunkt spielen keine Rolle

Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. Schließlich kommt es nicht darauf an, wie viel man trinkt, sagt der Professor für Sozialmedizin Jörg-Achim Weber von der HTWK Leipzig, sondern, dass man überhaupt trinkt. Alkohol ist ein Nervengift und schon die kleinste Menge kann Schäden an den Nerven des Ungeborenen verursachen. Genau aus diesem Grund ist "soziales Trinken" so gefährlich und nicht nur Akoholsucht stellt ein Problem dar. Auch der Zeitpunkt spielt weniger eine Rolle und so ist der Konsum auch nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten und während der Stillzeit gefährlich. 

Ein Beitrag von Daria Mengert
 

 

 

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Luise Hopfmann
09.09.2015 - 18:56

Der 09. September erinnert seit 1999 jährlich an Kinder, die ihr Leben lang Schäden aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter davontragen. Die doppelte neun erinnert hierbei an die neun Schwangerschaftsmonate, in denen der Verzicht auf Alkohol eine große Rolle spielt, um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden. Aufklärung und Beratung sind unerlässlich zur Vermeidung von auftretender FASD.

Das Sozialpädiatrische Zentrum in der Delitzscher Straße in Leipzig ist eines von nur wenigen Zentren für FASD in Deutschland. Es bietet Aufklärung, Therapie und Selbsthilfegruppen und ist ein Anlaufpunkt für Betroffene. Auch auf der Seite der FASD Deutschland kann man Informationen und Hilfe finden.