Kürzungen an der Universität Leipzig

"Ein Theaterfest des Widerstands"

Eine kleine Blaskapelle, Menschen mit Hasen-, Schweine- und Wolfsmasken – die Theaterwissenschaft der Uni Leipzig hat sich viel einfallen lassen, um die Öffentlichkeit auf die Kürzungen am Institut aufmerksam zu machen.
Protesttheater gegen Kürzungen am Institut für Theaterwissenschaften.

Im Schauspielhaus kamen heute circa 300 Menschen zusammen, um sich für das Institut der Theaterwissenschaften stark zu machen. Vor drei Wochen hatte das Rektorat Stellenkürzungen bekannt gegeben, die zur Schließung der Bereiche Archäologie und Theaterwissenschaften führen könnten.

Mit einem bunten Programm, bestehend aus Tanzdarbietungen, Clownskunst und Reden von Politikern, Theaterwissenschaftlern aber auch Vertretern der Uni, protestierte die Theaterwissenschaft gegen die Kürzungen.

 

In der Eröffnungsrede äußerte sich Prof. Dr. Günther Heeg, Geschäftsführender Direktor des Instituts, kritisch gegenüber der Landesregierung:

2,7 Milliarden Euro hat der Freistaat Sachsen zu tragen, für die Pleite der Sächsischen Landesbank. Zur Kasse gebeten werden die Hochschulen durch massivste Stellenstreichungen und die Schließung von Instituten und ganzen Studiengängen. Wir weigern uns, die Zeche zu bezahlen für Finanzspekulationen und dazu beizutragen den Landeshaushalt zu sanieren.

In den nächsten Monaten, mindestens bis zu den Landtagswahlen, will sich die Theaterwissenschaft regelmäßig Gehör verschaffen. Nicht nur beim Rektorat, auch beim Land Sachsen. Im April ist im Theater der Jungen Welt eine Diskussionsrunde zwischen Vertretern des Landes und dem Institut geplant.

 Eingeleitet wurde die Solidaritätsveranstaltung im Schauspiel Leipzig mit einem Trauermarsch aus "Leipzig 1813. Dead Men Walking" mit Mund & Knie und Thomas Hertel & Co.

  

Über die Solidaritätsveranstaltung im Schauspiel berichtet Lily Meyer im Gespräch mit Moderator Felix Gebhardt

Die Solidarität mit dem Insitut für Theaterwissenschaften in Leipzig ist groß. Christopher Balme etwa ist Präsident des internationalen Dachverband der Theaterwissenschaften und zeigt ebenfalls in Leipzig Solidarität. Als "reinen Zufall" bezeichnet er die Kürzungen am Institut und betont auch die nationale Bedeutung des Standortes Leipzig aufgrund der Fachkompetenzen im Bereich Osteuropa.

 

 

Christopher Balme im Interview mit Moderatorin Susanne Kraft
 

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Lily Meyer & Anna Vogel
07.02.2014 - 19:12