Bachfest Leipzig

Ein „schön new Lied” erklingt in Leipzig

Mit einem Konzert der Thomaner eröffnet heute das 19. Bachfest in der Thomaskirche. Unter dem Motto „Ein schön new Lied” finden bis nächste Woche an über 40 Orten 120 Veranstaltungen statt.
Das Bach-Denkmal
Das Bach-Denkmal vor der Thomaskirche

Luther trifft Bach

Das diesjährige Bachfest widmet sich anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation dem Thema „Musik und Reformation”. Neben Konzerten soll es in einem Rahmenprogramm unter anderem Vorträge und Konzerteinführungen geben. Veranstaltungsorte sind unter anderem historische Stätten, die mit Bach in Verbindung stehen, wie die Thomas- oder Nikolaikirche. Neben Stücken von Bach, wird Musik aus insgesamt vier Jahrhunderten, bis hin zu Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy gespielt.  

Das 19. Bachfest
 

Musik in der Reformation

Martin Luther sah in der Musik einen festen Bestandteil der Theologie. Deutschsprachige Lieder erhielten mit ihm Einzug in das reformatorische Programm und damit in den Gottesdienst. Luthers Liedersammlung, die teilweise eigene Dichtungen und Melodien des Reformators enthält, ist unter dem Titel „schöne newe Lieder” ein wichtiges Element der protestantischen Kirchenmusik geworden. Für Bach waren Luthers Choräle die Basis seiner geistlichen Werke. Auch in seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig inszenierte der Komponist die Ideen Luthers.

Ein Gedenken mit Traditionsverbundenheit gehört einfach dazu, um diese Musik rund um Bach zu gestalten.

Ein Besucher bei der Eröffnung des Bachfests

Tradition seit 1908

Im Jahr 1908 fand anlässlich der Enthüllung des Bach-Denkmals vor der Thomaskirche erstmals das Bachfest in Leipzig statt. Auch in den folgenden Jahren war die Stadt der Organisator des Fests, das unregelmäßig unter wechselnden Namen stattfand. So hieß es beispielsweise mal „Bach-Feier”, mal „Bach Tage”. Auch zeigten sich in den Titeln zum Teil zugrunde liegende Ideologien, die das Bachfest für propagandistische Zwecke nutzen wollten. 1935 fand so unter den Nationalsozialisten das “Reichs-Bach-Fest” statt, was den Komponisten als nationalen Helden feierte. In der DDR hingegen gab es Tendenzen, Bach vornehmlich als westlichen Komponisten abzustempeln. Das Fest an sich blieb hingegen inhaltlich relativ unberührt von ideologischen Motiven. Die Stadt Leipzig spielte in Bachs Biografie eine bedeutende Rolle und richtete mit einem Beschluss des Stadtrates ab 1999 ein jährliches Bachfest ein.

mephisto 97.6 Redakteurin Ronja Binus war bei der Eröffnung des Bachfests vor Ort:

 
 

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Lara-Lena Gödde
09.06.2017 - 20:05
  Kultur