Gamecheck: I am Setsuna

Ein Opfer zum Wohle der Welt

"I am Setsuna" ist ein japanisches Rollenspiel und wurde unter anderem für die neue Nintendo Switch veröffentlicht. Mit einer starken Geschichte wird dafür geworben – dennoch schwächelt die Umsetzung im Spiel.
Beeindruckende Bildsequenzen in I am Setsuna
Beeindruckende Bildsequenzen in I am Setsuna

Die Welt wird von furchterregenden Monstern heimgesucht. Um sie zu besänftigen, wird alle zehn Jahre ein junges Mädchen mit starken magischen Kräften geopfert. Um das Ritual durchzuführen zu können, muss dieses Mal das junge Mädchen Setsuna die Ritualstätte in den Last Lands erreichen. Auf dem Weg dorthin lauern gefährliche Monster und heimtückische Menschen auf sie, die das Opferritual aufhalten wollen. Damit das junge Mädchen ihre Reise sicher übersteht, wird ihr eine Garde zur Verfügung gestellt, die sie auf ihrem Weg beschützen soll.

Die Mission

Die offene Weltkarte in I am Setsuna
Die offene Weltkarte in I am Setsuna

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines jungen Mannes mit dem Namen Endir. Er ist Angehöriger eines Stammes von Söldnern und hat den Auftrag erhalten, das aktuelle Opfer zu töten, bevor sie überhaupt ihre Reise antreten kann. Als er jedoch auf das Mädchen trifft, bringt er es nicht übers Herz, seinen Auftrag durchzuführen. Er schließt sich ihrer Truppe an und begleitet sie auf ihrer langen Reise.

Unterwegs treffen die beiden immer wieder auf Gegner, die sie bekämpfen müssen. Doch nicht jeder ist ihnen feindlich gesinnt – so treffen sie auch auf Personen, die ihnen ihre Unterstützung anbieten und ihnen bei der langen Reise begleiten möchten. So wird das Team immer größer und bunter durch unterschiedlichste Charaktere. Gemeinsam macht sich das Team auf die Reise.

Eine Reise mit einem schrecklichen Ziel – denn leider gibt es zu keinem Zeitpunkt die Annahme, dass ein Happy End in Sicht ist. Immer noch soll Setsuna geopfert werden. Ein weiteres Leben soll genommen werden zum Wohle aller. Es entwickelt sich eine emotionale Geschichte, welche das gesamte Opferritual infrage stellt.

Titelbildschirm zu I am Setsuna
Titelbildschirm zu I am Setsuna

Überzeugende Story statt anspruchsvollem Gameplay

Leider bietet das Spiel kein anspruchsvolles Gameplay. Man bewegt sich in schlauchförmigen Leveln durch die Gegend und trifft hier und da mal auf einen Gegner. Man kann dann selber entscheiden, ob man Kämpfen will oder nicht, denn Kämpfen ist nicht wirklich wichtig. Man sammelt auch ohne Kämpfe genügend Erfahrungspunkte und in Truhen findet man bessere Gegenstände, als die Gegner fallen lassen. Man kann die Gegner einfach umgehen oder man bewegt sich direkt auf sie zu. Kommt man ihnen zu nah, wechselt das Spiel automatisch in den Kampfmodus:

Kampfsystem von I am Setsuna
Kampfsystem von I am Setsuna

Dabei werden dann im Bildschirm ATB-Balken, HP und das Mana der eigenen Charaktere angezeigt. Im klassischen JRPG-Style werden die Kämpfe rundenbasierend ausgetragen. Doch leider bieten sie keine große Herausforderung. Man gewinnt nahezu jeden Kampf ohne Probleme und große Anstrengung. Hier ein Schwerthieb, da ein Zauber.

Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem Spiel ganz klar auf der großartig erzählten Story rund um Setsuna und Endir. Durch die Möglichkeit aus zwei Entscheidungen in den Dialogen zu wählen, hat man selber Einfluss auf die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden.

Fazit

Die großartige Story war für mich das Highlight des gesamten Spiels. Das Thema ist aber sicher jedem aus Filmen oder Büchern bekannt. Das Spiel wirkt sehr melancholisch und zeigt die Schattenseite der Menschheit. Aber dennoch lässt es nicht zu, den Glauben an das Gute aufzugeben. Mit minimalistischer aber dennoch schöner Grafik und einem Soundtrack, der zum Träumen anregt, lädt "I am Setsuna" in eine spannende Reise voller Abenteuer ein. Es ist aber nichts für Spieler, die auf eine große spielerische Herausforderung aus sind.

 

 

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Norman Haase
31.03.2017 - 09:37
  Games

I am Setsuna

Publisher: Square Enix

Plattform: Playstation 4, Playstation Vita, PC, Nintendo Switch

Preis: etwa 30 Euro (nur als Download erhältlich)