Lindenauer Hafen

Ein neues Stück Leipzig?

Seit bereits fünf Jahren wird am Lindenauer Hafen im Leipziger Westen gebaut. Der aktuelle Stand des Bauvorhabens wurde heute auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Wie geht es mit dem Projekt Lindenauer Hafen weiter?
Werbung für den Lindenauer Hafen
Das Bauprojekt Lindenauer Hafen

Bereits vor gut 80 Jahren begann der Bau des Lindenauer Hafens, der ursprünglich als Industriehafen und Verlängerung des Karl-Heine-Kanals angedacht war, aber kriegsbedingt nie fertiggestellt werden konnte. Nach Kriegsende geriet das Gebiet in Vergessenheit und die Speicher- und Lagergebäude verfielen. Als sich Leipzig für die Olympischen Spiele 2012 bewarb, rückte der Lindenauer Hafen wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Idee war, das olympische Dorf dort anzusiedeln. Die Olympischen Spiele gingen an London und so sollte der Hafen anderweitig genutzt werden. Im Jahr 2012 begannen die ersten Bauarbeiten und die ersten Grundstücke wurden vermarktet. Seit zwei Jahren ist das Hafenbecken nun mit dem Karl-Heine-Kanal verbunden und das Gebiet ist öffentlich zugänglich. Vor Kurzem wurden sogar die ersten zwei Häuser im Lindenauer Hafen bezogen. Das weitere Bauvorhaben und die aktuelle Bilanz wurden heute bei einer Pressekonferenz vorgestellt. 

  

Kreativ und innovativ

Am Lindenauer Hafen soll aber nicht nur neuer Wohnraum für die immer weiter wachsende Bevölkerung Leipzigs entstehen, sondern auch Räumlichkeiten für Büros und Firmen. Es sind aber auch ein Atelierhaus, ein Café und ein Kindergarten geplant. Deshalb gibt es für das Projekt Lindenauer Hafen auch so viele verschiedene Investoren, die alle unterschiedliche Ideen einfließen lassen, um das Bauvorhaben möglichst individuell und kreativ gestalten zu können. 

Leipzig ist eine wachsende Stadt. Flächen werden immer knapper und wir wollen hier im Lindenauer Hafen ein Beispiel für die wachsende Stadt und flächensparendes Bauen setzen [...].

Sebastian Pfeiffer, Stadtumbaumanager der Stadt Leipzig 

Neuer bezahlbarer Wohnraum?

Moderne neue Wohnungen, denkmalgeschützte Speichergebäude und viel Natur drum herum - ein Ort mit hoher Lebensqualität. Das klingt exklusiv, nobel und teuer. Werden die Neubauten überhaupt bezahlbar sein? Die Stadt betont, dass es einen Mix aus verschiedenen Wohnungstypen und -größen geben soll, um auch unterschiedliche Preise gewährleisten zu können. Die Mietpreise sollen wohl bezahlbar werden, angeblich ist ein Mietpreis von ungefähr 6,50 Euro pro Quadratmeter angestrebt. 

Ein Blick in die Zukunft

Leipzig ist aktuell eine der am schnellsten wachsenden Städte Deutschlands. Bis zum Jahr 2030 sollen in Leipzig circa 720.000 Menschen leben. Um dem stetigen Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, bedarf es mehr Wohnraum und neuen Wohnungen. Das Projekt Lindenauer Hafen möchte seinen Teil dazu beitragen. Der Hafen wird den Stadtteil Lindenau nicht nur optisch aufwerten. Die Vermutung liegt nahe, dass das Wohnen auch in den angrenzenden Stadtteilen dadurch steigen könnte. Wird Lindenau durch das Projekt gentrifiziert? 

Mit Sicherheit wird es kein insgesamt nur preiswerter oder bezahlbarer Wohnraum sein. Ich gehe jetzt aber davon aus, dass die Effekte in die anderen Gebiete doch so weit entfernt sind, dass man hier jetzt nicht sagt, das ist ein unbedingter Gentrifizierungstreiber.

Tim Elschner, Stadtentwicklungssprecher Bündnis 90/Die Grünen Leipzig 

Die Auswirkungen des Bauprojekts Lindenauer Hafen auf die Stadt Leipzig sind noch nicht absehbar. Neuer Wohnraum für die stetig wachsende Bevölkerung ist ein erster Schritt. Ob dieser neue Wohnraum aber für die Leipziger auch erschwinglich wird oder Lindenau zu einem Viertel für die "Reichen und Schönen" gentrifiziert, bleibt abzuwarten.

mephisto 97.6 Redakteurin Charlotte Siemoneit berichtet über das Bauvorhaben: 

Charlotte Siemoneit berichtet über die aktuelle Situation am Lindenauer Hafen
 
 

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