Welt-Orang-Utan-Tag

Verdrängt von Palmöl und Edelmöbeln

Orang-Utans wohnen in den Baumkronen der Regenwälder auf Borneo und Sumatra. Doch für Palmöl und Tropenholz wird immer mehr ihres Lebensraums abgeholzt.
Sebastian Schorr vor einem Plakat des Vereins "Orang-Utans in Not"

Viele erkennen sie an ihrem zotteligen orange-roten Fell. Sie schwingen sich akrobatisch von Baum zu Baum und bauen sich jeden Abend ein Bett aus Blättern und Ästen. In fast allen Zoos sind sie 'die' Attraktion – vor allem, weil sie uns Menschen so ähneln: Orang-Utans.

Sebastian Schorr von 'Orang-Utans in Not e.V.'

Die Rodung von Regenwäldern zwingt Orang-Utans in die Knie

Das Wort kommt aus dem malaysischen und bedeutet so viel wie 'Waldmenschen'. Doch aus ihrem natürlichen Zuhause werden sie zunehmend vertrieben. Es wird abgeholzt. Um illegalen Ackerbau auf gerodeten Flächen zu betreiben oder schicke Edelmöbel aus den Tropenhölzern zu fertigen. Sebastian Schorr, Mitglied des Vereins 'Orang-Utans in Not' und Pfleger im Leipziger Zoo kennt einen weiteren Grund: "Palmöl ist zur Zeit das größte Problem für Orang-Utans." Aus Palmöl werden zum Beispiel Margarine oder Kosmetika hergestellt. Vor allem der europäische Markt boomt. Deshalb werden die Palmölplantagen ständig vergrößert. Weil für die Fläche Regenwald abgeholzt wird, verkleinert sich dadurch der Lebensraum von Orang-Utans. Sie finden immer weniger Nahrung. Oft gehen die hungrigen Orang-Utans in Ölpalmplantagen auf Futtersuche, wo sie von den Plantagenarbeitern gefangen oder getötet werden – die Jungtiere werden verkauft oder zum Verzehr gemästet:

"Sehr häufig ist es so, dass die erwachsenen Orang-Utans getötet werden und die Kinder dann auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Da wird dann versucht, diese Orang-Utan-Kinder aufzufangen, zu beschlagnahmen und dann in Zentren zu bringen, sie aufzuziehen und dann als Halb-Erwachsene wieder in den Wald zurückzubringen",

erklärt Sebastian Schorr. Er bezeichnet die Lage als sehr ernst. Heute gibt es die Menschenaffen nur noch auf zwei Inseln in Südostasien: Schätzungen zufolge sind es auf Borneo etwa 6 000 und auf Sumatra um die 50 000. Doch weil der Raubbau am Regenwald weiterhin sehr stark voranschreitet, gehen die Populationen immer mehr zurück.

Aufgefangen und ausgewildert

Um den Orang-Utans eine Überlebenschance zu bieten, wurde im Jahre 2007 der Leipziger Verein 'Orang-Utans in Not' gegründet. Er hat sich den Schutz und Erhalt der letzten frei lebenden Orang-Utans auf Borneo und Sumatra zum Ziel gesetzt.

Sie unterstützen nicht nur Auffang- und Auswilderungsstationen auf Borneo und Sumatra, sondern möchten auch die Umweltbildung in Deutschland und Indonesien intensiv fördern und so auf die bedrohliche Lage der Menschenaffen hinweisen. Anlässlich des Welt-Orang-Utan-Tages haben die Vereine 'Orang-Utans in Not' und 'Borneo Orangutan Survival Deutschland' eine Foto-Ausstellung mit Vorträgen organisiert: Ab 19 Uhr im Foyer des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie.

Moderator Raimund Gross im Interview mit Sebastian Schorr von "Orang-Utans in Not e.V."
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