Instrumentenbauer

Ein klangvoller Beruf

Jahrelange Erfahrung und eine lange Ausbildung braucht es, um Instrumentenbauer zu werden. Doch das wichtigste bleibt die Liebe zur Musik – ein Besuch beim Instrumentenbauer Matthias Vogt.
beim Instrumentenbauer
beim Instrumentenbauer
"Beim Instrumentenbauer" - eine Reportage von Lisa Scheyer
Beim Instrumentenbauer

Tubas, Trompeten, Hörner und Co. Alles blitzt golden im Eingangsbereich des lichtdurchfluteten Verkaufsladens, an den die offene Werkstatt grenzt. Hier werden Instrumente gebaut. Eine seltene Kunst, die jahrelange Erfahrung und eine gute Ausbildung braucht. Doch das allein macht einen noch nicht zum Instrumentenbauer. Liebe zur Musik und Begeisterung für das Spielen der Instrumente, die man selbst nun besser als jeder andere kennt, gehören genauso dazu, wenn man erfolgreich sein will.

Musik mit in die Wiege bekommen

Matthias Vogt ist mit Musik aufgewachsen. Seine Mutter ist selbst Musiklehrerin, weshalb er schon früh sein musikalisches Gehör und auch Auge hatte üben können. Nicht jeden hätte allein diese Gegebenheit zum Instrumentenfan gemacht, aber Matthias hat die Leidenschaft gepackt. Mit 14 macht er das erste Praktikum beim Instrumentenbauer. Er ist eben jemand, der schon immer ganz genau wusste, wohin er will. Nach der Lehre in Ludwigsburg arbeitet er sieben Jahre als Instrumentenbauer in der Schweiz und macht nebenbei noch seinen Meister.

Blechblaswerkstatt
in der Blechblaswerkstatt

In Deutschland gibt es bloß zwei Schulen, die Instrumentenbauer ausbilden, die eine in Ludwigsburg, die andere in Markneukirchen. Wer hier eine Ausbildung machen will, muss sich wie Vogt schon früher mit dem Thema Instrumentenbau auseinandergesetzt haben. Im Jahr werden ca. fünf bis zehn Lehrlinge in ganz Deutschland ausgebildet. Und diese sind gefragt.

Als er vor ca. acht Jahren zurück nach Leipzig kommt, die Stadt in der er aufgewachsen ist, beschließt er sich selbstständig zu machen.

Die Chinesen machen Druck

Vor allem die Konkurrenz aus China sei groß, so Vogt, natürlich auch dann, wenn man die Preise vergleiche. Bei einer Trompete aus China wäre man teilweise mit 150 Euro dabei, wobei man in Deutschland ein handgemachtes Instrument kaum unter 2000 Euro bekommen kann. Das schlägt sich natürlich enorm in der Qualität des Instruments nieder, aber manchen Hobbymusikern ist die chinesische Billigproduktion genug. Auch er selbst war in China, um sich einen Blick von der Produktion vor Ort zu verschaffen, was er als interessantes aber erschreckendes Erlebnis bezeichnet. Die Arbeiter leiden wohl am meisten unter den günstigen Verkaufspreisen.

 

 

Kommentieren