Unister

Ein Jahr nach dem Absturz

Vor genau einem Jahr ist ein kleines Privatflugzeug über Slowenien verunglückt. Darin saßen die Unternehmensgründer von Unister. Seit dem Unglück ging es nur noch bergab für die Firma.
Das E-Commerce-Unternehmen steht hinter Plattformen wie "fluege.de" oder "ab-in-den-urlaub.de".
Das E-Commerce-Unternehmen steht hinter Plattformen wie "fluege.de" oder "ab-in-den-urlaub.de".

Am 14.07.2016 stürzte über einem Wald in Slowenien eine Propellermaschine ab. Nach dem Aufprall ging es in Flammen auf. Alle Insassen des Fliegers verbrannten. Unter ihnen waren die Gründer von Unister: Thomas Wagner und Oliver Schilling, sowie der Finanzvermittler Heinz Horst Beck. Die Ursache des Absturzes ist noch immer unklar.

Wir werden Thomas und Oliver nicht ersetzen können.
Aber wir werden ihr Erbe in Würde bewahren und fortsetzen.

Äußerung des Unternehmens nach dem Tod der Gründer

Das ist der Anfang vom Ende

Das deutsche Unternehmen, mit Sitz in Leipzig, wurde 2002 gegründet. Sie machen es sich zur Aufgabe, Webseiten sowohl zu betreiben als auch zu vermarkten. Insgesamt besitzt die Firma mehr als 40 eigene Webdomänen - unter anderem Reise- und Auktionsportale, Soziale Netzwerke und Vergleichsseiten.

Seit Juli 2016 befindet sich das Unternehmen in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Dieses werde auch noch einige Jahre andauern, da unter anderem das Aufarbeiten der Buchführung äußerst komplex sei. Es wurden schon einige der bekanntesten Reiseportale an das Prager Unternehmen Rockaway Capital durch Insolvenzbearbeiter verkauft. Dabei ist es eher unwahrscheinlich, dass die Firma Unister erhalten bleibt:

Also das große Ziel des Insolvenzverfahren ist natürlich die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger. Wir gehen aber davon aus, dass die Marken und die Portale, die Unister betrieben hat, dass die erhalten bleiben. Auch vor allem die Bekannten natürlich, aber die Marke Unister, wurde zwar übernommen von den Erwerbern, aber wird, glaube ich, so nicht fortgeführt.

Lucas Flöther, Insolvenzverwalter von Unister

Arbeitsplätze bleiben erhalten

In Mitteldeutschland war Unister ein bedeutender Arbeitgeber. Alleine in Leipzig waren bei dem Unternehmen 400 Personen beschäftigt. Für die Angestellten gibt es erfreuliche Nachrichten. "Wir konnten alle Mitarbeiter, alle Arbeitsplätze retten. Der tschechische Erwerber des Travel-Bereiches hat alle Arbeitsverhältnisse übernommen und das ist für die Mitarbeiter am Standort Leipzig, aber auch an den anderen Standorten von Unister, eine gute Nachricht", meint Lucas Flöther.

Das Studiogespräch von mephisto 97.6 Redakteur Philip Fiedler mit Moderator Paul Materne können Sie hier nachhören:

Ein Beitrag von Philip Fiedler
1407_SG_Philip_Unister
 

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Pia Ebeling
14.07.2017 - 18:57