Stammbaumforschung

Ein Blick in die Vergangenheit

Wissen Sie, wie viele Generationen ihre Familie zurückgeht? Oder woher sie eigentlich genau abstammen? Wenn nicht, kann dabei in einigen Jahren vielleicht eine neue Software von Leipziger Forschern zur Ermittlung von Stammbäumen helfen.
Zurzeit lassen sich Stammbäume noch nicht sehr weit zurückverfolgen, doch das könnte sich bald ändern.

Einen Stammbaum bis zu seinem Ursprung zurückverfolgen? Klingt unmöglich, ist mit einer neuen Form der Stammbaumforschung in einigen Jahren aber vielleicht gar nicht mehr so utopisch. Ein Team von Bioinformatikern der Universität Leipzig hat in Kooperation mit dem Zentrum für Bioinformatik der Universität Saarland eine Software entwickelt, mit der man noch effizienter forschen und noch weiter in die Vergangenheit zurückblicken kann als bisher. Um aufzuklären, wie Arten miteinander verwandt sind, benutzt man die Ähnlichkeit der Gensequenz, erklärt Bioinformatiker Prof. Dr. Martin Middendorf:

Man nimmt sich vielleicht ein Gen her, schaut sich genauer an, wie die Sequenzen in den eigenen Arten sind, und je ähnlicher die sind, desto wahrscheinlicher verwandt sind die Arten.

Prof. Dr. Martin Middendorf, Bioinformatiker

In der bisherigen Stammbaumforschung hat man gewisse Gene allerdings weitestgehend außer Acht gelassen, nämlich die sogenannten Geschwistergene. Das sind verdoppelte Gene, die sich relativ unabhängig voneinander entwickeln können. Das Leipziger Forschungsteam hat die altbewährten Techniken nun allerdings um die Geschwistergene erweitert. So lässt sich jetzt auch herausfinden, ob die Geschwistergene direkt oder nur über Duplikationen miteinander verwandt sind. Das heißt, dass man nun für einzelne Gengruppen viele kleine Stammbäume erstellen und diese dann zu einem großen gemeinsamen zusammensetzen kann.

Die neue Technik kann aufgrund der Datenmenge beim Menschen bisher allerdings nur bei Tier- oder Pflanzenarten angewendet werden. Getestet hat das Team der Uni Leipzig die Methodik am Beispiel von verschiedenen Bakterien – und dabei die gute Funktionsweise bewiesen.  

 

Ein Beitrag über die neue Form der Stammbaumforschung von Merten Waage.
 
 

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Pauline Bombeck
18.02.2015 - 12:43
  Wissen