Filmrezension

Dwayne die kleine Meerjungfrau

Fast 27 Jahre ist es her, als die erste Folge "Baywatch" über die Mattscheibe lief. Jetzt feiern die Rettungsschwimmer ein Comeback - allerdings ohne David Hasselhoff und Pamela Anderson in den Hauptrollen. Ob das funktioniert?
Dwayne Johnson

Drogen + trainierte Körper +CGI Effekte = Aktionfilm

Genau diese Formel wird auch bei Baywatch wieder angewandt: Leiche und Drogen werden am Strand angespühlt. Das ruft nicht nur die Polizei, sondern auch die Rettungsschwimmer der Baywatch auf den Plan. Allen voran Dwayne 'The Rock' Johnson als Mitch Buchannon, dem Chef der Rettungsschwimmer. Kurzerhand nimmt der mit seinen Leuten eigene Ermittlungen auf. Auch mit dabei sind die neuen Rekruten der Rettungsschwimmertruppe. Darunter auch Matt Brody, der dauernd mit Mitch aneinandergerät und eher ein Klotz am Bein als alles andere ist. Kein Wunder, immerhin wurde er von Mitch's Vorgesetzten aus PR-Gründen eingestellt. Brody ist eher ein Einzelkämpfer, der sich als Olympiasieger eine ganze Menge auf seine Medaillen einbildet. Mitch gibt ihm dennoch eine Chance und Mitch muss zeigen, was in ihm steckt.

Aber Baywatch ist doch noch immer Baywatch oder?

Viel ist von der Originalserie "Baywatch - die Rettungsschwimmer von Malibu" nicht übrig geblieben. Die Publikumslieblinge von damals haben nur einen kurzen Auftritt oder fehlen ganz - genauso wie der Charm der Serie. Es ist, als hätte jemand bei allem außer Strand, roten Badeanzügen und Slow Motion die Taste "Entf" gedrückt - dann gemerkt, dass das nicht für einen Film reicht und den Rest mit Humor ausgestopft. Apropo Humor: Der spielt sich leider größtenteils unterhalb der Gürtellinie ab. Wenn Brody den Genitalbereich einer Leiche auf Einstichlöcher untersuchen muss, nur damit Mitch ein Foto von ihm machen kann - hat das nicht mehr viel von Niveau.

Die neuen Rettungsschwimmer von Malibu Beach.

Rettung naht!

Einzelne Lichtblicke gibt es trotzdem: Dwayne 'The Rock' Johnson macht seine Sache gut und bringt als Mitch Leichtigkeit in den Film. Auch wenn die Originalserie in Anspielungen parodiert wird, funktioniert das gut und lockert auf. Es wird schnell klar, dass der Film weder das Originalmaterial noch sich selbst so richtig ernst nimmt. Das fängt bei Mitchs Wohnung an, der im Aquarium einen kleinen Mitch stehen hat, der dort nach dem Rechten sieht -  und hört bei Strandbesuchern auf, die sich darüber wundern, warum die Rettungsschwimmer immer in Zeitlupe laufen.

Fazit

Baywatch ist keine tiefgründige Dokumentation über die Widrigkeiten des Rettungsschwimmer-Daseins - aber das haben sicher die wenigsten erwartet. Hardcore-Fans des Originals werden eher enttäuscht - zumindest, wenn sie zu genau hinschauen und vergleichen. Die Neuauflage versucht nicht wie die Serie zu sein - vielleicht ist das auch gut so. Teilweise versteht der Film sich eher als Kommentar darauf. Davon hätte der Film einiges mehr vertragen können, anstatt des Sexualhumors. Wer leichte Kost sucht, ist mit diesem kurzweiligen Aktionspektakel gut bedient. Ein paar Geschmacklosigkeiten muss man jedoch schon ignorieren können.

 

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Sophie Schröder
01.06.2017 - 12:27
  Kultur

Laufzeit: 119 Minuten

Genre: Action-Komödie

Regie: Seth Gordon

FSK 12

Filmstart 1. Juni 2017