Ehrenamt in Sachsen

"Du bist unsere Rettung"

Wenn es einem schlecht geht, kommt meist die Rettung. Doch was passiert, wenn die Rettung selbst gerettet werden muss? Diese Frage beschäftigt auch das sächsische Innenministerium, welches die Ehrenamtskampagne "Du bist unsere Rettung" gestartet hat.
Feuerwehr
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Wir haben mit Pascal Ziehm, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des sächsischen Innenministeriums, gesprochen. Den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier.

Redakteurin Kristina Di Bella im Gespräch mit Pascal Ziehm
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mephisto 97.6: Wie ist die Kampagne „Du bist unsere Rettung“ aufgebaut?

Pascal Ziehm: Mit der Kampagne soll zunächst darum geworben werden, dass sich mehr Menschen einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Bereich des Brandschutzes, des Rettungswesens und des Katastrophenschutzes verschreiben. Dabei arbeiten wir eng mit den verschiedenen Verbänden zusammen. Das Ziel ist dabei, dass zum Einen die Gesichter der Kampagne aus den Verbänden selber kommen, wir echte Helfer vorstellen, die einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen, und dabei auch die Verbände in ihren eigenen Nachwuchsförderung unterstützen, Menschen zu finden, die sich an einer ehrenamtlichen Tätigkeit verschreiben wollen.

Wie genau möchten Sie diese Ziele der Kampagne erreichen?

Zunächst gibt es unter anderem eine zentrale Webseite, auf der man sich informieren kann. Wir merken auch, dass viele in dem Bereich nicht wissen, welche Möglichkeiten es eigentlich gibt. Das reicht ja wirklich von der Feuerwehr und den verschiedenen Hilfsorganisationen bis hin zum Katastrophenschutz. Und dass man sie erstmal informieren kann, dass im Grunde genommen für jeden etwas dabei ist. Also der Feuerwehrmann, an den natürlich auch bestimmte körperliche Voraussetzungen gestellt werden. und andere Bereiche, in denen man auch mit einem Handicap sich gut einbringen kann. Wir haben zum Beispiel einen Rettungssanitäter mit dabei, der selber sehbehindert ist und trotzdem seit über zwanzig Jahren dem Deutschen Roten Kreuz angehört und sich dort ehrenamtlich sehr stark einbringt.

Wer ist für diese Kampagne verantwortlich?

Die Kampagne selber wird hier bei uns im Haus, also im sächsen Staatsministerium des Inneren, aber hier in engem Zusammenwirken mit den verschiedenen Verbänden, also dem Landesfeuerwehrverband, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Arbeiter Samariterbund, der Johanniter Unfallhilfe, den Maltesern und alle, die in diesem Bereich dazugehören, mit einem sehr engen Austausch und wollten die Verbände an der Stelle und auch in der eigenen Öffentlichkeitsarbeit weiter Werbung nach ehrenamtlichen Menschen, nach ehrenamtlichen Helfern auch unterstützen.

Warum braucht es diese Kampagne ausgerechnet in Sachsen?

In Sachsen sind 50.000 Menschen im Bereich Brandschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz ehrenamtlich engagiert. Alleine bei den Feuerwehren sind es über 42.000 Kamaraden und Kamaradinnen, die da einen tollen Job machen und damit auch ein Pfeiler der Sicherheit im Freistaat Sachsen sind. Auch die Jugendfeuerwehr: über 13.600 Jungen und Mädchen engagieren sich alleine in den Jugendfeuerwehren im Freistaat Sachsen. Aber es ist natürlich auch so, dass aufgrund demographischen Wandels junge Menschen zum Studium gehen, zur Ausbildung gehen, die Schwierigkeit haben, ihren Heimatort verlassen zu müssen und sich dadurch nicht einbringen können. Natürlich gibt es viele in Sachsen, die sich engagieren wollen und insofern wollen wir dazu werben und dazu aufrufen, dass es hier auch tolle Möglichkeiten gibt, sich auf diese Art und Weise einzubringen. Gerade unsere Testimonials, die wir für unsere Kampagne rekrutieren konnten, zeigten, dass auch ein anspruchsvoller Job und ein sehr herausforderndes Ehrenamt aber auch die Familie in wundervollen Einklang zu bringen sind, auch wenn es eine Herausforderung ist. Aber unsere Testimonials erzählen auch in der Kampagne ihre Geschichten und das zeigt doch, was für ein großartiges Engagement es bei uns im Freistaat Sachsen gibt.

Um das einordnen zu können im Vergleich zu anderen Bundesländern: Wie steht es da um die Ehrenamtlichen in Sachsen?

Es fällt mir gerade schwer, ad hoc da Vergleiche zu anderen Bundesländern zahlenmäßig zu geben, aber man kann sagen, de facto kann es nie genügend Leute geben, die sich ehrenamtlich auch in diesem Bereich einbringen und stark machen und gute Ideen bringen und Herz, Blut und Engagement an dem Tag legen. Wie gesagt, da soll unsere Kampagne helfen, hier Leute aufmerksam zu machen. Wie wird man Feuerwehrmann? Wie kann man sich im Katastrophenschutz einsetzen? Und [unsere Kampagne] soll dann zeigen, dass für jeden etwas dabei ist, der sich interessiert, und bietet die entsprechenden Ansprechpartner bei den Verbänden an, bei denen man sich näher informieren kann und schauen kann, was im näheren Umfeld ist und wo man sich einbringen kann.

Als Letztes noch eine Verständnisfrage: Ist die Kampagne online oder wird sie auch …?

Zunächst haben wir die Kampagne online gestartet mit einer eigenen Webseite uns stützen uns mit Plakaten und Merchandise-Artikeln. Die Verbände - das wird demnächst ausgerollt - dann ist es eine sehr lebendige Kampagne, die wir auch in den nächsten Jahren fortführen wollen, auch die Geschichten auch dieser Köpfe dahinter, der Menschen, die erzählen und sich bereits ehrenamtlich engagieren. Da ist vieles offen, was wir noch machen können: ob wir Fahrgastwerbung in den nächsten Jahren machen. Natürlich online Werbung machen. Aber wie gesagt auch die Verbände hier vor Ort unterstützen, die bei Volksfesten und Stadtfesten anzutreffen sind, und da auch wollen wir die Verbände und die Ehrenamtlichen unterstützen, auf diese wichtige Aufgabe, die sie machen, zu begleiten.

 

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Mehr Informationen über das Ehrenamt in Sachsen finden Sie auf http://www.ehrenamt-mit-blaulicht.sachsen.de/