Klimawandel

Droht bei Dürre Trinkwasserknappheit?

Diese Frage ist im Zuge des Dürre Sommers 2018 immer häufiger aufgetreten. Auch für dieses Jahr wird wieder eine Dürre vorhergesagt. Doch wie steht es dabei um die Trinkwasserversorgung in Leipzig?
Wasserhahn mit wenigen Tropfen
Geht Leipzig bei anhaltender Hitze das Trinkwasser aus?

Die Dürre des Sommers vergangenen Jahres ist auch heute noch zu spüren. Obwohl es im Frühjahr mehr regnete als im gleichen Zeitraum 2018, seien laut dem Deutschen Wetterdienst immer noch viele Böden komplett ausgetrocknet. Ersten Prognosen zu Folge könnte es auch in diesem Jahr wieder zu einer Dürre kommen. Das könnte insbesondere für die Landwirtschaft und die Wasserwerke im Freistaat eine Herausforderung darstellen.

Aller guten Dinge sind drei

Der geringe Niederschlag ist auch bei den Leipziger Wasserwerken nicht unbemerkt geblieben. Der Stellvertretende Pressesprecher der Leipziger Wasserwerke Marc Backhaus verweist deshalb auf die Trinkwasserquellen der Stadt. Leipzig bezieht sein Trinkwasser nämlich aus drei voneinander unabhängigen Quellen aus Wurzen, Naunhof und einer Fernwasserleitung der Elbaue-Ostharz GmbH.

Die Wasserqualität ist in keinster Weise beeinflusst. Diese drei Quellen bieten ausreichend qualitative Trinkwasser-Zustände.

Marc Backhaus, Stellvertretender Sprecher der Leipziger Wasserwerke

Laut Backhaus müssten die Leipziger und Leipzigerinnen sich deshalb keine Sorge über ihre Trinkwasserversorgung machen. Dennoch sollte mit dem Wasser nicht verschwenderisch umgegangen werden. Die eigenen Garten- und Balkonpflanzen könnten aber auch weiterhin sorgenlos gegossen werden.

Konfliktpotenzial

Vergangene Woche äußerte sich das Bundesumweltministerium besorgt. Es gehe davon aus, dass es in Zukunft bei anhaltenden Dürren zu Konflikten kommen könnte. Insbesondere hieß es da, dass in 30 Jahren das dreifache der jetzigen Agrarflächen bewässert werden müssten.

Diese Sorge teilt Backhaus allerdings für den Raum Leipzig nicht. Zum einen seien die Wasserwerke mit Ihren Wasserquellen gut aufgestellt. Zum anderen investiere man in eine ökologische und wassersparende Landwirtschaft im Umland.

Außer Frage

Auch Manfred Uhlemann Hauptgeschäftsführer des Sächsischen Landesbauernverbandes sieht da kein Konfliktpotenzial. Für ihn, sei es für viele Landwirte und Landwirtinnen nicht rentabel bei Dürre mit Trinkwasser zu wässern. Der Trinkwasser-Preis sei deutlich höher als die bisherigen Kosten durch Ernteausfälle. Laut Uhlemann würde gerade einmal 0,5 Prozent der Landwirtschaftlichen Flächen in Sachsen „beregnet“. So wird die künstliche Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen bezeichnet. Außerdem würde es auch vielen Landwirtschaftsbetrieben schlicht an der nötigen Bewässerungstechnik fehlen. Eine Nutzung von Fluss- oder Seewasser komme vieler Orts auch nicht in Frage. So wurde beispielsweise im Landkreis Nordsachsen untersagt, Wasser aus Gewässern zu entnehmen. Deshalb würde der Großteil der Bauern und Bäuerinnen in Sachsen einfach auf Regen hoffen müssen.

 

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