Theater

Drei Generationen gehen "Über Grenzen"

Bei der neuesten Inszenierung von Regisseur Yves Hinrichs am Schauspiel Leipzig arbeiten Mitglieder des festen Ensembles zusammen mit einigen Mitgliedern des Theaterjugendclubs "Sorry, eh!". Doch kann man damit heute noch den Zeitgeist treffen?
Tanzperformance des gemischten Ensembles
Andreas Herrmann, Hartmut Neuber, Paul Spiering, Julia Berke, Philip Schroeder, Marie Schulte-Werning, Charlotte Kremberg (vorn)

Bereits beim Betreten des Saals in der "Diskothek" wird eine große Neugier des Publikums gespürt. Die Sitzplätze begrenzen drei Seiten der Bühne, wildes Getummel bei der Suche nach dem besten Platz. Eine leere Bühne, lediglich ein paar Musikinstrumente in einer Ecke. Pünktlich um 20 Uhr werden dann auch die letzten Zuschauer*innen aufmerksam: Laute Bässe und Synthesizerklänge bringen den Saal zum Beben und erzeugen eine gute Stimmung. Nun kommen auch die sieben Darsteller auf die Bühne. Ein gemischtes Ensemble aus Darsteller*innen des Schauspiels und Mitgliedern des Theaterjugendclubs "Sorry, eh!". Bei den folgenden Tanzeinlagen ist vom Altersunterschied jedoch wenig zu merken.

Von politischen und persönlichen Grenzen

Im Folgenden werden verschiedene Themen szenisch dargestellt. Hier bilden meistens zwei Personen den Mittelpunkt der Geschichte. Von politischen Grenzen im Schengenraum bis hin zu den persönlichen Grenzen in einer Partnerschaft wird die ganze Bandbreite abgedeckt. Manchmal fehlt dabei jedoch der Zusammenhang. Auch der Humor kommt im Stück nicht zu kurz: Mit lockeren Dialogen zaubern die Schauspieler*innen regelmäßig dem Publikum ein Lachen ins Gesicht. Die Inszenierung arbeitet auch mit viel Situationskomik, an einigen Stellen ist das aber manchmal zu viel des Guten.

Im Stück wird der Bühnenraum dann mit einem riesigen Fell überzogen. Es wird von den Agierenden clever eingesetzt und so werden wirklich interessante Effekte erzeugt. Der einzige Nachteil dieses unkonventionellen Bühnenbelags sind allerdings die Fusseln…Allergiker*innen sollten sich also lieber nicht ins die erste Reihe setzen.

Ein maßgeschneidertes Stück

Autor David Lindemann schrieb das Stück in einem Entwicklungsprozess gemeinsam mit dem Regisseur Yves Hinrichs und der Dramaturgie. Die Grundlage dafür bildeten verschiedene Workshops, Improvisationsspiele und persönliche Gespräche mit den Darsteller*innen. Die Charaktere des Bühnenstücks wurden also auf die agierenden Personen zugeschnitten. Das ist auch im Schauspiel der Beteiligten zu merken. Alles wirkt sehr authentisch, kein Aspekt der Geschichten scheint aufgezwungen.

Für die musikalische Unterhaltung ist unterdessen Musikstudentin Undine Unger verantwortlich. Mit ihrer Musik trifft sie genau den Nerv des Geschehens, ist zugleich präsent, aber nicht zu dominant. Die elektrischen Klänge passen exzellent zum Stück und repräsentieren die unterschiedlichen Generationen grandios.

Fazit

Alles in Allem bietet das Schauspiel eine gelungene Inszenierung für Alt und Jung. Die Thematik ist aktueller denn je, nimmt sich selbst dabei aber auch nicht allzu ernst. Die Darsteller *innen vereinen Musik, Tanz und Schauspiel auf eine erfrischende Art und Weise. "Über Grenzen" ist in jedem Fall ein sehenswertes Stück, das Unterhaltung garantiert und den Nerv der Zeit trifft!

 

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