Konzertrezension

Don't Check Me Out!

...singt die New Yorker Indie Pop Band The Pains of Being Pure at Heart in ihrem Song "Young Adult Friction". Die Band verschlug es am 07. März ins Conne Island, wo man hören konnte, wie melancholische Texte mit fröhlichen Melodien live klingen.
The Pains of Being Pure at Heart live
The Pains of Being Pure at Heart spielen auf der Bühne

Erwartungen

Kürzlich bin ich online über die Wortneuschöpfung "Indie Dramedie" gestoßen. Damit sollen Indie Filme beschrieben werden, die sowohl Komponenten eines Dramas, als auch die einer Komödie vorzuweisen haben. Eine Ambivalenz, die an das "echte Leben" anknüpfen soll. Eine ähnliche Ambivalenz vermittelt mir auch die Musik von The Pains of Being Pure at Heart. Oftmals sind die Grundideen der Texte Herzschmerz, Verlust und fehlendes Zugehörigkeitsgefühl. Verpackt werden diese Inhalte in sehr zurückgenommenem Gesang. Die Musik steht dazu im Kontrast: hier hört man bewegte Melodien, die vordergründig wahrzunehmen sind und im Ohr bleiben.

Diese Ambivalenz hat für mich immer schon den Reiz der Band ausgemacht und auch wenn ich nicht alle Alben kenne, bin ich sehr gespannt, wie die Songs live wirken und was für eine Stimmung im Publikum aufkommen wird. Gleichzeitig muss ich zugeben, dass ich kaum mit Publikum rechne. Selbstverständlich habe ich auch wieder einen Song, der für mich einfach laufen muss. Das ist diesmal: Heart in Your Heartbreak. Der ist zwar etwas kitschig, aber wenn man das abkann, kann man sich dafür über sehr süße Wortspiele freuen. Außerdem war es der Song, durch den ich auf die Band aufmerksam geworden bin.

Beginn

Laura Carbone im Licht der Scheinwerfer
Laura Carbone live

Anfangs ist es, wie erwartet, sehr leer im Conne Island. Der Anfang des Konzert verzögert sich. Mit der Zeit füllt es sich aber tatsächlich noch, sodass Laura Carbone nicht vor nur 10 Personen spielen muss. Wer hinter dem Namen Singer Songwriter Musik vermutet, irrt sich. Laura Carbone spielen sehr rockig und eine spannende Mischung an Songs, die von starken Vocals leben. Sie spielen eine gute halbe Stunde und dabei definitiv nicht zu lang.

Nach einer kurzen Pause ist es dann endlich soweit und The Pains of Being Pure at Heart beginnen ihre Show. Sie beginnen das Konzert mit der Single Auskopplung ihres neuesten Albums. Der Song nennt sich "My Only". Darauf folgen "Heart in your Heartbreak" (yay!) und "The Body" von ihrem 2011er Album "Belong".

Show

The Pains of Being Pure at Heart live
The Pains of Being Pure at Heart auf der Bühne im Conne Island

Auch der Rest des Sets ist eine angenehme Mischung aus Songs ihrer vier Alben. Im Publikum stehen inzwischen um die 40 Leute, die nach und nach immer mehr auftauchen und mittanzen. Manche mehr und manche weniger; aber wirft man einen Blick in die Menge, fallen viele lächelnde Gesichter auf. Dazupassend scheinen The Pains of Being Pure at Heart ein gutes Gefühl dafür zu haben, welche Alben und Songs besonders gut ankommen.

Insgesamt spielen sie nur drei Songs von ihrem neuen Album. Mein persönliches Highlight des neues Albums ist der Song "Anymore". Das Set wird mit einigen Song ihres Self Titled Albums beendet. Nach einigem Applaus kommt die Band natürlich auch noch für einige Zugaben zurück. Dabei beginnt Sänger und Gitarrist Kip Berman mit einer Solo-Nummer. Diese fügt sich trotz deutlich zurückgenommenerer Musik schön in die Gesamtstimmung des Konzerts ein.

Fazit

The Pains of Being Pure at Heart liefern genau das, was man von ihnen erwartet. Die Musik macht viel Spaß live und es überwiegen eindeutig die bewegten Melodien gegenüber den melancholischen Texten. 

 

 

 

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