Terror

Distanzieren wovon?

"Distanziert euch vom Terror" ist eine Forderung, die mittlerweile häufig an Muslime in Deutschland gestellt wird. Nicht mehr nur von Rechtspopulisten, sondern auch aus der Mitte der Gesellschaft. Differenziert wird dabei aber oft nicht.
Die AfD hetzt mit Stereotypen
Die AfD benutzt im Wahlkampf Stereotype über Muslime

Rechtspopulisten sind sich schon lange sicher: Terroristen und Muslime machen gemeinsame Sache. Die Bewegung Pegida nutzt das Argument, um vor der „Islamisierung des Abendlandes“ zu warnen. Und das kommt bei einigen Menschen nach wie vor gut an. Noch immer kommen jede Woche knapp 2000 Menschen nach Dresden zu den sogenannten „Montagsspaziergängen“. Der Pegida-Ableger in Leipzig läuft hingegen nicht mehr.

Durchgezählt

Auch die AfD bedient sich im Wahlkampf an Stereotypen über den Islam. Doch auch in der Mitte der Gesellschaft gibt es Menschen, die nicht zwischen Terror und Islam differenzieren: Einer von ihnen ist Marek Lieberberg, der Veranstalter des Festivals Rock am Ring. Als sein Festival im Juni wegen einer Terrorwarnung unterbrochen wurde, bekam er bei einer Pressekonferenz einen Wutanfall. Für ihn war sofort klar: Die Muslime hätten etwas damit zu tun. Er forderte, dass sie sich „zu Tausenden“ bei Demonstrationen pauschal vom Terror distanzieren. Wie sich später herausstellte, war eine fehlerhafte Liste von Mitarbeitern der Auslöser für die Terrorwarnung. Eine Gefahr hatte zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Dennoch ist die Terrorgefahr in Europa nach wie vor hoch. Bei manchen Menschen scheinen die Nerven deshalb blank zu liegen. Das zeigen Reaktionen wie die von Marek Lieberberg. Viele schmeißen Terroristen und Muslime in einen Topf. Dass der sogenannte Islamische Staat in Syrien und im Irak vor allem Muslime tötet, scheinen sie dabei aber zu vergessen.

Ein Beitrag von Mephisto 97.6 Redakteur Lennart Banholzer über die Distanzierung vom Terror:

Der Beitrag über die Frage nach der Distanzierung vom Terror von Lennart Banholzer
Terrordistanzierung
 

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