Studie

Digitalisierung im Arbeitsmarkt

„Die Roboter nehmen uns allen die Arbeitsplätze weg!“ - das ist eine der großen Sorgen, wenn das Wort „Digitalisierung“ im Arbeitsmarkt fällt. Auch in Sachsen könnte die Arbeit jedes 6. Beschäftigten von einer Maschine übernommen werden.
Durch die Digitalisierung gibt es Veränderungen für die Arbeitenden.
Durch die Digitalisierung gibt es Veränderungen für die Arbeitenden.

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Redakteurin Johanna Honsberg im Gespräch mit Moderator David Seeberg.
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Digitalisierung in der Industrie ist immer ein riesiges Thema. Allerdings sehen die Forschenden die Digitalisierung trotzdem eher als Chance als eine Bedrohung. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hat herausgegeben, das die Arbeit jedes sechsten Beschäftigten von einer Maschine übernommen werden könnte. Wie zum Beispiel von Robotern, die  Autos zusammenschrauben oder auch in anderen Branchen. So gibt es jetzt in Krankenhäusern keine Patientenakten, sondern iPads.

Digitalisierung als Chance

In Sachsen könnten bis 2035 knapp 16 Prozent der Arbeitsplätze von Robotern übernommen werden. Das sind ein Prozent mehr als der bundesweite Durchschnitt. In klassischen Fertigungsberufen könnten sogar 70 Prozent der Arbeit schon übernommen werden.

Laut Joachim Rangnitz vom ifo-Institut Dresden sei die Sorge um einen Wegfall von Arbeitsplätzen ziemlich überbewertet. Ein Grund ist, dass die Zahl der Beschäftigten in der Industrie sehr stark zugenommen hat. Das kommt vor allem durch den Automobilbau. Digitale Geräte können mehr Arbeiten übernehmen, allerdings gibt es in der Branche auch einen so großen Bedarf an Fachkräften, dass das gar nicht schlimm ist. Und Digitalisierung heißt nicht immer, dass da ein Roboter einspringt, sondern, dass auch oft Computer oder Geräte die Arbeit erleichtern.

Frank Vollgold, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit zeigt das auch nochmal an einem Beispiel auf:

Ein Mensch mit einer körperlichen Seheinschränkung kann mit einer digitalen Sehhilfe volle Arbeit bringen, so wie ein gesunder Mensch. Es gibt also manchmal Lösungen, wo die Digitalisierung die Teilhabe auch erhöht und dadurch haben Menschen wieder mehr Chancen auf Arbeit eine gute Arbeit zu leisten, als Menschen ohne solche Arbeitshilfen.

Frank Vollgold, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit

Zukünftiger Verlust von Fachkräften

Es ist noch nicht sicher, ob dieser Zugang an Beschäftigten auch für die Zukunft erwartet werden kann. Grund dafür ist der demografischer Wandel, denn Sachsens Gesellschaft wird immer älter. In Sachsen gehen in den nächsten Jahren nämlich sehr viele Fachkräfte verloren. Das spricht aber auch wieder für die Digitalisierung in der Branche. Damit trotzdem die Produktion aufrecht erhalten bleibt, braucht es die Digitalisierung. Hinzu kommt auch, dass Unternehmen nur dann Maschinen einsetzen, wenn es für sie günstiger ist, als eine Arbeitskraft zu bezahlen. Das ist allerdings noch nicht oft der Fall.

Höhere Ansprüche an Arbeitende

Durch die Digitalisierung gibt es trotzdem Veränderungen für Arbeitende, vor allem in den Ansprüchen an Arbeitende, weil die Prozesse schneller werden. Das betont auch Frank Vollgold:

Es erfordert, dass die Menschen kreativer und komplexer ganz spezielle Tätigkeiten durchführen können. Es geht künftig mehr darum, solche Maschinen zu bedienen-egal ob das in der Automobilindustrie ist oder in der Pflege/im Krankenhaus.

Frank Vollgold, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit

Da gehe es vor allem um eine lebenslange Lernbereitschaft, die Kompetenz, sich schneller auf neue Geräte einzustellen und auch mal Stress aushalten zu können, wenn es zu einer Umstellung auf neue Geräte kommt.

 

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Theresa Willkomm
04.07.2018 - 19:05