Interview: Pia Heine

Die Verantwortung des Erinnerns

Am Freitagabend startet die Vortragsreihe "Sich erinnern ist ein politischer Akt" im Erich-Zeigner-Haus. Dabei soll diskutiert werden, ob unter dem Kapitel des Nationalsozialismus ein Schlussstrich gezogen werden soll.
Die Historikerin Pia Heine nach dem Interview bei mephisto 97.6

"Wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat", mit solchen Aussagen fordert Björn Höcke von der AfD und generell die Partei seit Längerem eine erinnerungspolitische Wende.

Doch bereits vor den Forderungen der AfD wurde über das Vergessen oder eben über das Nicht-Vergessen des Nationalsozialismus' diskutiert. Im Erich-Zeigner-Haus startet dazu am 13. April 2018 eine Vortragsreihe zu diesem Thema. Den Anfang dabei macht die Historikerin Pia Heine. Sie ist dabei einer ganz anderen Meinung.

Wir als Generation haben eine Verantwortung - und die lautet zu gedenken und weiterzugeben. Damit sich in Zukunft so etwas nicht wiederholt.

Pia Heine, Historikerin

Täter und Helfende zu gleichen Teilen

Eine Studie der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft (kurz: evz) legt dar, dass ähnlich viele Täter und Helfenden Geschichten über die Vorfahren erzählt werden. Rund 18 Prozent bejahen einen Täter unter ihren Vorfahren zu haben. Ebenfalls sagten 18 Prozent, dass ihre Vorfahren den Opfern geholfen haben sollen. Die Meisten (rund 54 Prozent) jedoch erzählten, jemanden unter den Opfern gekannt zu haben.

Die Studie der evz steige, dass sich der Großteil der Bevölkeerung nicht schuldig aber verantwortlich fühle und das sei ein wichtiger Bestandteil unserer Erinnerungskultur, meint Pia Heine.

Das Interview zum Nachhören:

Das Interview von Moderator Merten Waage mit Pia Heine
1304_Erinnerungskultur
 

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Informationen zu der Veranstaltung im Erich-Zeigner-Haus finden Sie hier.