Kalenderblatt

Die Terrakotta-Armee

Am 29. März 1974 wird im Sand der zentralchinesischen Provinz Xi'an eine der größten archäologischen Endeckungen des 20. Jahrhunderts gemacht - die Terrakotta-Armee. Und das aus purem Zufall.
Terrakotta-Krieger
Terrakotta-Krieger

Vor ziemlich genau 45 Jahren rammt Yang Zhifa seinen Spaten in den Sand, um einen Brunnen zu graben. Statt auf Wasser stößt er allerdings auf den Kopf eines Tonkriegers und damit auf eine archäologische Sensation.

Kaiser Qin Shihuangdi
Kaiser Qin Shihuang

Gehen wir 2200 Jahre zurück: König Qin Shihuangdi hat in langen Kriegszügen China zum Kaiserreich vereint. Als stolzer Kaiser lässt er sich noch zu Lebzeiten auf einer Fläche so groß wie Hildesheim eine gigantische Grabanlage errichten. Bewachen soll ihn eine Armee von mehr als 6000 Kriegern aus Terrakotta-Ton. Dabei ist jede Figur einzigartig: Jeder Soldat trägt individuelle Gesichtszüge, ist als Reiter, Bogenschütze oder Offizier zu erkennen.

Wurde das Geheimnis mit ins Grab genommen?

Das Grabmal zu erschaffen war eine gewaltige Aufgabe, an der 700.000 Arbeitskräfte 30 Jahre lang geschuftet haben sollen. Eine Legende besagt, dass alle am Bau Beteiligten nach Fertigstellung lebendig begraben wurden. Für diese Legende würde sprechen, dass historische Aufzeichnungen zwar das Grab erwähnen, aber nie eine Ton-Armee. Entsprechend groß war die Überraschung, als 1974 erste Ausgrabungen begannen.

Bunt statt braun 

Die bräunlichen Figuren sind inzwischen weltberühmt. Weniger bekannt ist, dass sie ursprünglich in bunten Farben lackiert waren. Sobald sie aber nach über zwei Jahrtausenden wieder das Licht der Welt erblicken, blättert die Farbe schon nach wenigen Minuten an der Luft ab. Ein Forschungsteam aus Deutschland arbeitet mittlerweile mit Erfolg an der Farbkonservierung.

Ein Schatz im kaiserlichen Grabhügel?

Die Grabanlage ist heute ein Tourismusmagnet. Und das, obwohl bisher nicht mal ein Viertel davon freigelegt wurde. So ist selbst der kaiserliche Grabhügel noch unerforscht. Zeitgenössische Historiker sprechen von einer Decke aus Perlen und Edelsteinen, in der sich ein See aus Quecksilber spiegelt. Es wird sich zeigen, ob man wirklich auf die diese Schätze stößt. Fest steht: Wissenschaftliche Untersuchungen haben in dem Grabhügel einen erhöhten Quecksilbergehalt nachweisen können.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Kalenderblatt von Maximilian Berkenheide
9203 EST Terrakotta-Armee
 

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Maximilian Berkenheide
09.04.2019 - 11:08
  Kultur