Laserpointer

Die sind kein Spielzeug

Ein heller Strahl, als würde man in die Sonne blicken: Das müssen jährlich einige Piloten in Deutschland ertragen. Laserpointer-Angriffe können einen großen Schaden an den Augen anrichten.
Nicht nur zum Bespaßen von Katzen werden Laserpointer genutzt.

Nach Angaben der Deutschen Fluchsicherung sei die Zahl der Angriffe auf Flugzeuge mittels eines Laserpointer in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Im gesamten deutschen Luftraum seien die Zahlen seit 2011 gesunken.

Bloß Leipzig sei eine Ausnahme. Von 2015 auf 2016 stieg die Anzahl von 22 auf 33 Fälle. Bisher konnte die Stadt im Jahr 2017 sieben Angriffe verzeichnen. 

Kritik an die Politik

Ute Otterbein von der Deutschen Luftsicherung ist der Meinung, dass die Medien das Thema prominent dargestellt hätten. Damit wäre auch in der Bevölkerung für Aufmerksamkeit und Pflichtbewusstsein gesorgt worden. Christian Wahl, ein Mitglied der Pilotengewerkschaft Cockpit, widerspricht dem und kritisiert die Gleichgültigkeit der Politiker bei Laser-Angriffen. Er glaubt, dass die Politiker nichts unternehmen würden, weil bisher noch keinem Piloten etwas passiert ist.

Polizeiverfolgung

Generell ist es schwierig, Täter festzustellen. In diesem Jahr wurde noch keiner der Täter gefasst. Ute Otterbein erklärt, wie verfahren wird, falls ein Pilot von einem Pointer getroffen wird.

Passiert so eine Laserblendung meldet das der Pilot dem Lotsen. Und die Lotsen, nämlich wir, gegeben diese Meldung sofort weiter an die Polizei und je genauer der Pilot den Standort der Laserblendung angeben konnte desto leichter ist es für die Polizei, einen möglichen Täter ausfindig zu machen. (…) Flugsicherung also hier nur diejenigen, die den Link zur Polizei herstellen und die Polizei versucht dann, den Tätern habhaft zu werden.

Ute Otterbein

Der Sprecher der Landespolizei Leipzig, Uwe Voigt, sieht nach wie vor Probleme. Er meint, die die Täter seien schwer dingfest zu machen, da es nicht leicht sei, jemanden auf frischer Tat zu stellen. Meist sei die Polizei aufgrund der großen Fläche des Suchgebiets zu spät. Er betont auch, dass sich die Angreifer mal überlegen sollten, was sie da eigentlich tun.

Verheerende Folgen

Mit diesen Angriffen können auch schwere Beschädigungen an den Augen angerichtet werden. Um einen Einblick in eine solche Situation zu bekommen, erzählt uns der Pilot Christian Wahl von seinem Kollegen, dem so etwas schon einmal widerfahren ist:

Der Kollege hat sehr eindrücklich erzählt, als würde man mehrere Sekunden in die Sonne gucken und dann dementsprechend auch erst einmal mehrere Sekunden gar nichts sehen. (…) Laserpointer-Angriffe sind kein dummer Jungenstreich.

Christian Wahl, Mitglied der Vereinigung Cockpit 

Darüber hinaus ist Christian Wahl der Auffassung, dass die Laserpointer kein Spielzeug seien. Sie können Menschenleben gefährden und müssten dementsprechend bei der Strafverfolgung eingestuft werden.

Weitere Informationen dazu können Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Sophia Kratz nachhören: 

 
 

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Pia Ebeling
22.08.2017 - 19:45