Faire Kleidung - Fashion Revolution Week

Die "Scheiße" muss euch bewusst sein

"Es sollte das Bewusstsein da sein: Es ist wahrscheinlich irgendwo in der [Produktions-]Kette Scheiße passiert." - Ulrike Biller, Netzwerk Leipzig handelt fair. Mit Aktionen in Leipzig wollen sie und andere Aktivist*innen dieses Bewusstsein schaffen.
Ulrike Biller, Peggy Fischer, Jill Röbenack, Martin Finke "Who Made My Clothes?"
Ulrike Biller, Peggy Fischer, Jill Röbenack, Martin Finke

Vor sechs Jahren, am 24. April 2013, da ist die Rana Plaza-Textilfabrik in Bangladesch eingestürzt. Hergestellt wurde dort hauptsächlich Kleidung für den Export, vor allem nach Europa: Nämlich für Primark, Mango, C&A, KiK und Adler. In der Fabrik waren über 5.000 Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt. Mehr als 1.000 sind bei dem Einsturz gestorben und über 2.400 wurden verletzt.

Leipzig auch früher aktiv

Auch in den vergangenen Jahren gab es in Leipzig immer wieder Aktionen zum internationalen Fashion Revolution Day, die auf an dieses schlimme Ereignis erinnern und auf die grundlegenden Probleme unserer Textilindustrie aufmerksam machen sollten. 2017 wurde zum Beispiel ein großer Kleiderberg auf dem Leipziger Marktplatz aufgetürmt.

Fashion Revolution Week

Dieses Jahr findet in Leipzig gleich eine ganze Woche statt, die sich der fairen Kleidungsproduktion widmet: Vom 22. bis zum 28. April 2019 gibt es hier die Fashion Revolution Week. Drei Aktivisten und Aktivistinnen, die dort aktiv sind, waren bei mephisto 97.6 zu Gast um über fairen Handel, faire Kleidung und das Bewusstsein der Menschen dafür zu sprechen: Jill Röbenack, Modedesignerin (studio jiro) und Expertin für Bildungsarbeit, Martin Finke, Referent für fairen Handel und Ulrike Biller, Projektkoordinatorin und Mitglied beim Netzwerk Leipzig handelt fair.

Martin Finke, Jill Röbenack, Ulrike Biller zu Gast im mephisto 97.6-Studio
 

Das Interview mit Moderatorin Peggy Fischer gibt es hier zum Nachhören:

Moderatorin Peggy Fischer im Gespräch mit Aktivist*innen der Fashion Revolution Week
 
 

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Das Rana Plaza-Unglück von 2013

Bevor am 24. April die achtstöckige Rana Plaza Fabrik in Bangladesch einstürzte, wurden am Vortag Risse am Gebäude gefunden. Obwohl die Polizei daraufhin den Zutritt verbot, befanden sich am Tag des Unglücks über 3000 Menschen im Gebäude, als es am Morgen kollabierte. Bei der Katastrophe starben über 1000 Menschen, mehr als 2400 wurden verletzt. Die Opfer waren größtenteils Textilarbeiterinnen, die von den Betreibern gezwungen wurden, ihre Arbeit trotz Warnungen der Polizei wiederaufzunehmen.