Woche der Wiederbelebung

Die Lust, Leben zu retten

Leipzig. 11 Uhr morgens. Mindestens fünf Krankenwagen, Menschenmassen und diverse halb bekleidete Puppen bevölkern den Platz vor den Höfen am Brühl. Warum Sie das nächste Mal mit dabei und selbst aktiv werden sollten, erfahren Sie hier.
Die fast lebensechten Übungsobjekte
Die fast lebensechten Übungsobjekte

Es ist 11 Uhr am Morgen und der Platz vor den Höfen am Brühl ist bereits reich bevölkert. Neben den Krankenwagen, Rettungssanitätern und Puppen, tummelten sich auch zahlreiche Interessierte und Schaulustige vor dem großen Einkaufscenter. Der Grund dafür waren jedoch nicht satte Rabattaktionen oder Ausverkäufe, sondern das Interesse daran, Menschenleben zu retten.

Neben privaten Hilfsorganisationen zeigten auch Ärzte und Pfleger des Universitätsklinikums Leipzig, wie einfach es sein kann, Erste Hilfe zu leisten. An mehreren Infoständen hatten Interessierte die Möglichkeit, an lebensgroßen Puppen die Herzdruckmassage zu üben, oder einen Defibrillator auszuprobieren.

Diese Aktion ist Teil der „Woche der Wiederbelebung“, zu deren Anlass vom 18. bis 24. September in mehreren Städten Sachsens Veranstaltungen stattfinden.

 

Woche der Wiederbelebung

Erste Hilfe lohnt sich

Was eigentlich als selbstverständlich gelten sollte, ist vor allem in Deutschland leider noch längst nicht zur Selbstverständlichkeit geworden: In gerade einmal 15% aller Fälle beginnen Laien vor dem Eintreffen des Rettungswagens mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Vorbilder sind in dieser Hinsicht definitiv Deutschlands Nachbarländer Schweden und Norwegen. Dort sind es 60% der Bevölkerung, die sich als Ersthelfer aktiv einbringen.

Allein in Leipzig kommt es jedes Jahr zu ca. 270 bis 430 Herzstillständen. Davon könnte ein Großteil wesentlich glimpflicher ausgehen, wenn sich mehr Menschen ein Herz fassen und eingreifen würden. Was viele davon abhält, ist die Angst, der oftmals ohnmächtigen Person Schmerzen zuzufügen. Dass eine bewusstlose Person allerdings keinerlei Schmerzempfinden hat, wissen nur die Wenigsten. Dennoch kommt es gelegentlich dazu, dass Patienten nach einer Herzdruckmassage Schmerzen in der Brust verspüren. In Anbetracht der Tatsache, dass ihnen das Leben gerettet wurde, ein durchaus kleines Übel.

Aktiv werden, aber wie?

Wer es Montag nicht geschafft haben sollte, seine Erste Hilfe-Skills aufzufrischen und selbst Hand an einem Dummy anzulegen, hat noch bis zum 28. September die Möglichkeit, sich eine Ausstellung mit Patientengeschichten im Leipziger Hauptbahnhof anzusehen.

Zivilcourage ist das Wichtigste, weil man nur Menschen helfen kann, wenn man was macht.

Danny Effenberger, Malteser Leipzig

Besser noch ist es natürlich, selbst aktiv zu werden. Viele Hilfsorganisationen bieten regelmäßig Erste Hilfe-Kurse und Auffrischungsseminare an. Außerdem befinden sich auf der Website des Projekts Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation viele praktische Informationen rund um das Thema Wiederbelebung, wie zum Beispiel Step-By-Step-Anleitungen, oder auch kurzgefasste FAQ’s.

Wer bereits vorab helfen möchte, ist jederzeit recht herzlich eingeladen, Blut zu spenden. Allen, denen dazu bisher noch der Anreiz gefehlt, oder die Angst vor der Nadel die Motivation geraubt hat, sei wärmstens empfohlen, sich den 19. September im Kalender einzukreisen. An diesem Tag stellt sich von 11:30 bis 17:30 die Blutbank vor und räumt unter anderem mit Vorurteilen auf.

mephisto 97.6-Redakteur Magnus Raab war live dabei, hat sich ins Getümmel gestürzt, Fragen gestellt und sich erklären lassen, warum Erste Hilfe so wichtig und wie sie am besten zu bewerkstelligen ist:

 
 

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Weitere Veranstaltungen:

- 19. September

Die Blutbank stellt sich vor

Leipzig - Hauptbahnhof

11:30 bis 17:30

 

- 23. September

Initiative Dresden rettet Leben

Dresden - Elbepark

10:00 bis 18:00

 

- 26. September

„Pflege ist … Menschlichkeit“

Leipzig - Hauptbahnhof

11:30 bis 17:30