Wohnzimmerkonzert: To Kill A King

Die guten alten Tage

Ein umgeworfener Schachkönig in Schwarz–Weiß Optik und der Name To Kill A King. Wer ein Schachturnier erwartet, wurde leider enttäuscht. Die Band aus England verzauberte am Montag unsere Redaktion mit ihrer Musik. Ein Konzertbericht.
To Kill A King
To Kill A King beim Mephisto Wohzimmerkonzert

Die besten Freundschaften werden in der Uni geschlossen. Gewagte These – aber im Fall von Ralph Pelleymounter und Josh Plattman hat es geklappt. Die beiden lernten sich auf dem Campus der Leeds University kennen. Nach dem Austausch über gemeinsame Lieblingsbands gründeten sie selbst eine Band. Wenig später stand auch der Name fest: To Kill A King. Ein Zitat aus Shakespeares Macbeth.

Publikum

Nach einigen selbstproduzierten EPs kam 2013 ihr Debutalbum "Cannibals With Cutlery" auf den Markt. Die Platte wurde ein voller Erfolg. Wegen Pelleymounters markanter Stimme und ihrer Fähgikeit eingänige Folk-Rock Melodien zu kreieren, wurden sie von der britischen Musikpresse sogar schon als die nächsten Mumford and Sons betitelt. Bis dorthin hat es bis jetzt noch nicht gereicht. Das zweite Album gab der Band 2015 mit neuer Besetzung allerdings neuen Aufschwung.  

Vom Wohnzimmer bis in den Elbtunnel

Durch Supportslots bei der englischen Indie-Durchstarter Band Bastille, hatten sie sich eine große loyale Fangemeinschaft erspielt. Ein Teil von ihnen sitzt am Montag auf dem Fußboden unserer Redaktion und wartet gespannt, bis die Band anfängt zu spielen.

Diese Art von kleinen Konzerten haben To Kill A King schon am Anfang ihrer Karriere gespielt. Sie schätzen die Nähe zu ihren Fans und können sich darauf verlassen, dass sie auch zu ungewöhnlichen Orten eingeladen werden. Als sie über Twitter und Facebook eine Wohnzimmer Tour ankündigten, erhielten sie über 200 Ortsvorschläge. Über Wohnzimmer in Belgien und Jugendherbergen in Amsterdam führt es sie auf dieser Tour zum Beispiel auf ein kleines Schloss in Thüringen, in den Hamburger Elbtunnel und die Ferieninsel Wangerooge. Eine Radio-Redaktion scheint da eher Normalität zu sein. Fast komplett akustisch spielen To Kill A King ihre neuste Single "Spiritual Dark Age", eine ziemlich schnelle poppige wenn auch sehr melancholische Nummer. Neben einigen neuen Songs gibt die Band aus London einen Querschnitt ihrer vergangenen zwei Alben zum Besten. Hin und wieder hört man aus dem Publikum leises Mitsingen.

Wall of Fame

 

Mephisto Unplugged

Es fällt besonders auf, dass es To Kill A King auch ohne elektronische Unterstützung oder Verstärker gelingt die Energie in ihren Songs zu vermitteln. Dafür sorgen vor allem die oft mehrstimmig gesungenen Harmonien, die es fast unmöglich machen wegzuhören und das oft sehr energische und manchmal sehr dezente Gitarrenspiel. Dass die Songs so gut unplugged funktionieren ist auch Beweis für das gute Songwriting, welches in ihrer Heimat schon für ausverkaufte Touren gesorgt hat. Als die Band beim im Gegensatz zu den meisten Songs sehr fröhlichen Song "World of Joy", wird es zwar nicht ganz so laut wie in einer Konzerthalle, aber das Publikum singt trotzdem kräftig mit.

Fazit

To Kill A King sind viel unterwegs. Man merkt ihnen die neun-stündige Fahrt von Amsterdam nach Leipzig aber nur an wenigen Stellen an. Die intime Atmosphäre steht der Band aus London gut und nach gut einer Stunde und dem obligatorischen Selfie mit ihren Fans, lassen sie viele glückliche Gesichter zurück.

 

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Marie Jainta
23.09.2017 - 12:47
  Kultur