Oper

Die erste Nacht mit Figaro

Nach ihrer Sanierung fand auf der großen Bühne der Oper Leipzig am 14. November endlich wieder Musiktheater statt. Und zwar die Premiere von Mozarts bekannter Oper "Le Nozze Di Figaro". Oder auf deutsch: "Figaros Hochzeit".
Figaros Hochzeit
Streit um die Hochzeit des Figaro

Reporterin Caroline Schnelle sprach über die Oper "Le Nozze Di Figaro":

Caroline Schnelle im Gespräch mit Moderatiorin Anna Vogel über "Figaros Hochzeit"
1611 Sg Oper

Liebe, Untreue und Standeskonflikte

Die Geschichte: Susanna und Figaro, zwei Bedienstete am Schloss des Grafen Almaviva wollen heiraten. Doch für die Erlaubnis will der Graf das Recht auf die erste Nacht mit der Braut. Dies wollen nicht nur das junge Liebespaar, sondern auch die eifersüchtige Gräfin verhindern. Es entsteht eine turbulente Verstrickung von Täuschungen und Intrigen. Dabei dreht sich alles um Leidenschaften und den Konflikt zwischen den unterschiedlichen Ständen.

Immer wieder ein Erfolg

Die Uraufführung des Werkes fand 1786 in Wien statt und feierte einen riesigen Erfolg. Auch heute ist die Oper noch sehr beliebt. Schließlich behandelt sie neben der Gesellschaftskritik auf humorvolle und lebendige Weise auch zeitlose Themen wie Moral, Menschlichkeit und Freiheit, sowie alles um die Liebe und Leidenschaft.

Aber vor allem die sinnliche und eingängige, und dennoch abwechslungsreiche Musik von Mozart trägt dazu bei, dass "Figaros Hochzeit" immer wieder gut ankommt.

Susanna und Gräfin Almaviva schmieden einen Plan

Konventionell, aber voller Leben und Energie

Umgesetzt wurde das alles vom Regisseur Gil Mehmert, den man bislang hauptsächlich aus dem Musical-Bereich kennt.

Die Kostüme der Figuren spielen auf die 60er Jahre an, die ähnlich wie die bevorstehende französische Revolution zu Zeiten Mozarts eine Zeit des politschen Umbruchs und des Aufbegehrens gegen die Autorität war.

Das Bühnenbild stellt dagegen ein aufwändig und detailliert gebautes Marmor-Schloss im Rokoko-Stil des 18. Jahrhunderts dar. Über drei Etagen mit verschiedenen Zimmern entstehen schöne Bilder mit den jeweiligen Interaktionen zwischen den Akteuren und ihren Beziehungen zueinander. Durch die choreographischen Szenen  ist die Aufführung außerordentlich kurzweilig und die komplexe und verwirrende Handlung sehr verständlich rübergebracht.

Vielleicht war manch einer enttäuscht, dass die Inszenierung doch recht konventionell und brav an die Entstehungszeit der Oper gehalten ist. Die anklingenden 60er Jahre gehen neben dem herkömmlichen Bild fast unter. Viele freuen sich aber wohl auch über die Aufführung, die genau den Vorstellungen von einer unterhaltsamen, bunten und reißerischen klassischen Opernaufführung entspricht.

Überzeugendes Künstler-Ensemble

Die gesangliche Leistung des Künstler-Ensembles war insgesamt sehr sicher und stark. Auch wirkten die Darsteller in den jeweils verkörperten Rollen unglaublich passend und überzeugend. Als stimmlich besonders herausragend und sind die Sopranistin Olena Tokar in der Rolle der Susanna zu nennen, sowie die Sänger des Grafen-Ehepaars, Mathias Hausmann und Marika Schönberg! Schauspielerisch und auch gesanglich bereichernd für die gesamte Darbietung trat auch die Mezzosopranistin Wallis Giunta als pupertärer, dauerverliebter junger Page Cherubino auf, der überall mitmischt und Unruhe stiftet.

Auch das hochkarätige Gewandhausorchester unter der Leitung von Matthias Foremny hat die Aufführung durchweg wunderbar und mit hoher musikalischer Qualität untermauert.

Die Frauenhelden Cherubino (l.) und Graf Almaviva

 

 

Kommentieren

Caroline Schnelle
16.11.2015 - 16:56
  Kultur

Weitere Aufführungen finden am 18.Nov.2015/ 27.Nov.2015/ 30.Jan.2016/ 12.März2016 statt.