Neues Therapieverfahren

Diabetes und Co. bald operabel?

Eine neue Hoffnung für Diabetiker bietet das Universitätsklinikum Leipzig an. Mit der sogenannten Endo-Barrier-Therapie wird eine neue Alternative mit weniger Risiken für Patienten angeboten.
Neue Therapieangebote im Universitätsklinikum Leipzig

Diabetes, eine Volkskrankheit?

Jeder dreizehnte Deutsche leidet statistisch gesehen an Diabetes. Herkömmliche Therapiemethoden sind Insulinspritzen und Tabletten, aber auch operative Eingriffe sind möglich und manchmal nötig. Ein Beispiel für einen operativen Eingriff wäre eine Magenbypass Operation. Hier wird der Magen des Patienten verkleinert und der Dünndarm neu angesetzt, sodass knapp zwei Meter des Darms vom Verdauungsprozess ausgeschlossen werden. Diese Methode gehört zum sogenannten Goldstandard in der Diabetes- und auch Adipositaschirurgie.

Sicherere Alternative für Operationen?

Dennoch birgt ein operativer Eingriff immer enorme Risiken für den Patienten in sich. Das Universitätsklinikum Leipzig führt deshalb eine neue Mehtode ein. Die Endo-Barrier-Therapie kann einen ähnlichen Effekt erzielen wie auch die Magenbypass-OP. Der große Unterschied ist nur, dass hier durch eine Magenspiegelung ein Schlauch am Zwölffingerdarm verankert wird. Durch ihn treffen aufgenommene Nahrung und Verdauungsenzyme verspätet aufeinander. Dadurch wird ein Teil der Nahrung unverdaut wieder ausgeschieden. Der gesamte Prozess bewirkt neben einer schnellen Besserung der Blutzuckerwerte und dem damit zurückgehenden Diabetes auch einen Gewichtsverlust für den Patienten.

Eine Sache des Abwägens

Aber die Endo-Barrier-Therapie bietet nicht nur Vorteile. Da der Schlauch ein Fremdkörper im Körper ist und auch bleibt, werden durch ihn auch Reizungen hervorgeufen. Wegen eines erhöhten Entzündungsrisikos muss der Schlauch nach spätestens einem Jahr wieder entnommen werden. Viele Patienten verfallen nach dem Ende der Therapie schnell wieder in alte Muster zurück, sodass knapp 30 Prozent der Patienten wieder enorm zunehmen. Wie es also mit dieser Alternativ-Lösung weitergeht, bleibt abzuwarten. Noch befindet sich das Therapieverfahren in der Testphase. Um wirklich genaue Diagnosen erzielen zu können, müssen noch viele Studien in diesem Bereich gemacht werden. Bisher sind die Werte allerdings gut. Von den 13 in Leipzig behandelten Patienten zeigen 12 gute bis sehr gute Werte. Bei nur einem musste die Therapie wegen Unverträglichkeit abgebrochen werden.

Eine wirklich nachhaltige Alternative ist die Therapie also zwar noch nicht. Dennoch ist sie ein weiterer Schritt, um Diabetikern helfen zu können. Ole Zender hat sich mit dem leiter der bariatrischen Chirurgie Dr. Arne Dietrich unterhalten und berichtet über die neue Therapie.

 

Die Endo Barrier-Therapie - ein Beitrag von Ole Zender

Leiter der bariatrischen Chirurgie, Dr. Arne Dietrich

Endo Barrier
 

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