Fotoikonen

Der Nächste, bitte!

Ambitionierte Fotografen verdanken ihr ihre Karriere. Fotoikonen, die tief in unserem Bewusstsein verankert sind, wurden mit ihr aufgenommen. Von wem ist wohl die Rede?
Noch keine Fotoikone, aber vielleicht bald?
Noch keine Fotoikone, aber vielleicht bald?

Die Leica Kamera wurde 1925 auf der Leipziger Messe das erste Mal präsentiert. Schon bald erfreute sie sich großer Beliebtheit, da sie klein, leicht und einfach zu bedienen war. Immer mehr Fotografen nutzen sie, sodass in den vergangenen 90 Jahren einige bekannte Aufnahmen mit ihr gemacht wurden.

In der Reihe "Der Nächste, bitte!" werden drei Leica-Fotos genauer beleuchtet, die im Laufe der Zeit zu Fotoikonen geworden sind.

Ilse Bing: "Selbstporträt mit Leica"

Das erste Bild "Selbstporträt mit Leica" wurde 1931 in Paris von der Fotografin Ilse Bing aufgenommen.

Ilse Bing wurde Ende des 19. Jahrhunderts in eine wohlhabende jüdische Kaufmannsfamilie in Frankfurt geboren.

I didn’t choose photography; it chose me. I didn’t know it at the time. An artist doesn’t think first then do it, he is driven.

Im Laufe ihres Kunstgeschichtsstudiums kam sie mit der Leica in Berührung und entdeckte ihre Leidenschaft für sie. In den 30ern siedelte Ilse Bing nach Paris über. Dort setzte sie ihre fotografische Arbeit fort. Ilse erhielt Reportageaufträge und ihre Werke wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt. In den 40er Jahren gelang ihr und ihrem Mann die Flucht und Emigration in die Vereinigten Staaten. Ihre Arbeitsweise wandelte sich stark.

Bis zu den 50er Jahren nutzte sie vor allem die Leica, danach stieg sie auf die Rolleiflex um. Außerdem wandte sie sich von der Schwarz-Weiß zur Farbfotografie, erweiterte ihr Werk um Texte, Collagen und Zeichnungen. Insgesamt zeichnet sich ihre Arbeit durch ungewöhnliche Perspektiven, extreme Aufnahmewinkel und verschiedene Lichtverhältnisse aus. Durch ihren geschickten Umgang mit der Leica erhielt sie den Namen "Königin der Leica".

In dem ersten Beitrag wird das Foto "Selbstporträt mit Leica" beschrieben.

 

 

Robert Capa: "Der fallende Soldat"

Das Foto "Der fallende Soldat" wurde von Capa im Spanischen Bürgerkriegs aufgenommen und machte ihn über Nacht berühmt. Es war eines der ersten Bilder, die während einer Kampfhandlung aufgenommen wurden. Vorangegangene Bilder, wie zum Beispiel aus dem Ersten Weltkrieg, waren meist noch Standaufnahmen gewesen und unterlagen einer militärisch verlangten Zensur. Capa konnte sich im Gegenteil zu früheren Fotografen relativ frei bewegen und dokumentierte so den Kampf der Republikaner. Sein Bild sollte eine Anklage gegen die Faschisten sein.

Die Wahrheit ist das beste Bild.

In den 70er Jahren tauchten erste Zweifel auf, ob das Bild authentisch sei. Es wurde vermutet, dass Bild sei gestellt. Grund für die Annahme war, dass Capa auch andere Aufnahmen hatte nachstellen lassen. Außerdem gab es weitere Ungereimtheiten. Robert Capas Biograf Richard Whelan machte sich daran, diese These zu widerlegen. Alle Fragen zu dieser Ikone der Fotografie konnte er jedoch nicht beantworten und so bleibt ein Restzweifel über die Authentizität.

In dem zweiten Beitrag können Sie eine Diskussion zu dem Foto hören.

 

Nick Út: "Napalmangriff in Vietnam"

Das letzte Foto zeigt ein kleines, rennendes Mädchen. Sie ist nackt, ihre Arme hält sie abgespreizt vom Körper. Ihr Gesicht ist von Schmerzen verzerrt. Im Hintergrund ist Rauch und Soldaten zu sehen.

Das Mädchen ist Phan Thị Kim Phúc. Sie und ihre Familie fliehen vor einem irrtümlichen Napalmangriff südvietnamesischer Flugzeuge, dabei werden sie von Nick Út fotografiert. Sein Foto wird zu Fotoikone der Anti-Kriegsgegner und bringt ihm den Pulitzer-Preis ein.

Der letzte Beitrag dreht sich um das kleine Mädchen und was aus ihr wurde.

 

Das vietnamesische Mädchen 
 

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Alexandra Vollbrecht
05.03.2015 - 16:07
  Kultur

Wer noch mehr über die Kleinbildfotografie erfahren möchte, dem sei die Ausstellung Augen Auf! - 100 Jahre Leica empfohlen.

Sie gastiert in Frankfurt/M., Berlin, Wien und München.