Umweltschutz

Der gescheiterte Luftreinhalteplan

Der Abgasskandal ist mittlerweile jedem bekannt. Nun arbeitet man an der Lösung für das bestehende Umweltproblem.
Auspuff
Die Autos der Leipziger stoßen noch immer zu viele Stickstoffoxide aus.

Im Jahr 2009 hat Leipzig den Luftreinhalteplan zur Verringerung der Schadstoffbelastung entwickelt. Dabei stand die Bestimmung einer Umweltzone im Mittelpunkt, die zum 1. März 2011 eingeführt wurde. Aber erst später im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal konnte man feststellen, dass die im Luftreinhalteplan verfolgten Ziele nicht erreicht werden konnten. Denn dieser basierte auf den gefälschten Abgasangaben, die die Autohersteller mittels der illegalen Abschalteinrichtungen erzielt haben. Mit diesen wurden rund 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge in Deutschland ausgestattet. Nun ist diese Affäre mittlerweile jedem bekannt. Aber es bleibt noch vieles ungeklärt, was die Maßnahmen betrifft, die jetzt in Leipzig beim Kampf gegen den zugefügten Umweltschaden ergriffen werden.

Alte Werte müssen neu ermittelt werden

Laut der Amtsleiterin Angelika Freifrau von Fritsch werde der bearbeitete Luftreinhalteplan im Spätsommer dieses Jahres vorgestellt, in dem nun die Erkenntnisse über den realen Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen berücksichtigt werden. Während in dem alten Plan vor allem der Fokus auf den Feinstaubwerten lag, wird jetzt die Stickstoffdioxid-Reduzierung im Mittelpunkt stehen. An den beiden verkehrsnahen Leipziger Messstellen wird nun die tatsächliche Überschreitung festgestellt. Dabei handelt es sich um den rund zwei Mikrogramm überschrittenen Grenzwert am Hallischen Tor und in der Lützner Straße. Generell betrifft es fünf Straßenzüge, in denen besonders hohe Belastungen durch die Stickstoffdioxid-Anteile festgestellt wurden. Unter diesen befindet sich auch der Innenstadtring im Bereich des Hallischen Tores. Noch ist es schwer vorstellbar, wie man die mögliche Verlagerung des Verkehrs an diesen Punkten organisiert.

Ist es nötig eine Dieselprämie zu nutzen?

Die Stadt kümmere sich vor allem um die Verbesserung der lufthygienischen Verhältnisse, denn dabei handele es sich um die Lebensqualität der Bürger. Aber die ehrliche Kommunikation seitens der Vertreter der Autoindustrie und ihre Maßnahmen zur Wiedergutmachung der gekauften Dieselfahrzeuge ist nicht die einzige Lösung des bestehenden Problems. Daher kann man als Besitzer eines Diesel-Pkws mit der Abgasnorm Euro 4 oder darunter eine Dieselprämie erhalten. Die Meinungen der Experten sind in dieser Frage nicht eindeutig. Laut dem Pressesprecher der Stadt Leipzig Matthias Hasberg bekomme man die Situation ohne Fahrverbote hin. Das heißt, man solle sich mit dem Kauf eines neuen Fahrzeuges nicht beeilen. Das sei eher ein PR-Trick, um die Leute dazuzukriegen, doch Fahrzeuge mit Dieselmotor zu kaufen, so der MDR-Autoexperte Andreas Kessler.

Die Autohersteller dürfen bei der Abgasreinigung nicht auf Kosten der Umwelt sparen. Falls das doch der Fall war, solle man operativ versuchen, die aufgetretenen Folgen in Bezug auf die Umweltverschmutzung zu bewältigen. Dementsprechend bleibt nur übrig auf den neuen Luftreinhalteplan zu warten, welcher nicht nur in Leipzig, sondern in ganz Deutschland zurzeit überarbeitet wird.

Die weiteren Informationen können Sie im Beitrag vom mephisto 97.6 Redakteur Magnus Raab nachhören:

mephisto 97.6 Redakteur Magnus Raab im Gespräch mit Moderatorin Lisa Tuttlies
1708 SG Diesel Skandal
 

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Madina Kurmangali
17.08.2017 - 19:19
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