Buchrezension

Der Gentleman

Ein Mann, der augenscheinlich einen Pakt mit dem Teufel schließt. Eine Frau, die verschwindet und kleinere Verschwörungen – das mag klingen wie eine Mischung aus Faust, Detektivroman und House of Cards. Forrest Leos Roman ist aber dennoch anders.
Buchcover "der Gentleman"
Buchcover von "Der Gentleman"

Der junge Aristokrat Lionel Savage lebt im London des viktorianischen Zeitalters. Er ist Dichter und lebt hauptsächlich von dem, was ihm seine Stücke einbringen sowie vom Erbe seiner Eltern. Eines Tages stellt er fest, dass er kein Geld mehr hat. Um das möglichst schnell zu ändern, beschließt er in eine der anderen Aristokratenfamilien Londons einzuheiraten. Nach kurzer Zeit der Werbung setzt er diesen Plan auch in die Tat um. Allerdings entstehen dadurch mehr Probleme, als er lösen kann. Kurz nach der Hochzeit beginnt eine Schreibblockade, die unüberwindbar scheint. Er gibt seiner Frau, Vivien Lancaster, die Schuld an dieser Blockade und glaubt zudem sie zu hassen. Er wird immer verzweifelter und beschließt, sich umzubringen. Von diesem Vorhaben hält ihn allerdings ein Besuch des Satans persönlich ab, der mit einem sehr merkwürdigen Anliegen an Lionel Savage herantritt. Als nach diesem Besuch seine Frau verschwunden ist, glaubt Lionel er habe sie an den Teufel verkauft. Nachdem unerwartet seine Schwester und sein Schwager zu ihm kommen und nach Vivien fragen, versucht er mit allen Mitteln einen Weg in die Hölle zu finden, um seine Frau zu befreien. Besonders da er feststellt, dass er sie nicht hasst, sondern wahrhaftig liebt.

Ein Buch zum Entspannen

Das Buch „Der Gentleman“ von Forrest Leo ist ein kurzweiliges und unterhaltsames, aber doch tief gehendes Buch. Das Einzige, was den Lesefluss der Geschichte stört, sind die Fußnoten, die auf fast jeder Seite vorkommen. Sie sind vom fiktiven Herausgeber Hubert Lancaster geschrieben. Meistens enthalten sie entweder spitze Kommentare gegen den Protagonisten Lionel Savage oder Erklärungen zu den Personen. Obwohl sie den Lesefluss oft unterbrechen, tragen sie dennoch wesentlich zur Unterhaltung bei. Wenn man allerdings hofft, etwas über das viktorianische London oder die damalige Aristokratie zu erfahren, ist dieses Buch nur bedingt geeignet. Für Freunde der englischen Poesie hingegen tauchen durchaus Namen mit Wiedererkennungswert auf. Um sich einen entspannten Leseabend zu machen, ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

mephisto 97.6-Redakteurin Svenja Tschirner hat den Roman gelesen:

Buchrezension zu "Der Gentleman" von Svenja Tschirner

Markus Lückert, Nico van Capelle

Rezi "Der Gentleman"
 

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Der knapp 300 Seiten lange Roman erscheint im Aufbau Verlag und kostet 20,00 Euro.