Gamecheck | Warhammer 40K Dawn of War 3

In der dunklen Zukunft gibt es nur Krieg

Was braucht eine stabile Gesellschaft? Richtig! Kettensägenmaschinengewehre, Raumschiffe und Inquisition. Wofür? Zum Abschlachten von Orks und anderen Aliens in Warhammer 40K. Schon zum dritten Mal erscheint "Dawn of War" und wurde von uns getestet.
Dawn of War 3  Logo
Warhammer 40,000 Dawn of War III

Bereits mit dem ersten Dawn of War schuf Relic Entertainment ein fantastisches Strategiespiel. Teil zwei der Reihe konzentrierte sich weniger auf das Kommandieren von Armeen, als auf taktisches Feingefühl im Umgang mit wenigen Einheiten. Nun änderte Relic Entertainment auch im dritten Teil das Spielprinzip der Serie und versuchte einen Hybriden der beiden Vorgänger zu schaffen.

Ein Speer um sie alle zu Knechten

Die Prämisse von "Dawn of War III" ist schnell erklärt. Auf der imperialen Welt der Menschen, Cyprus kämpfen die drei Fraktionen der Eldar, Orks und des Imperiums der Menschen um die Vorherrschaft. Grund dafür ist ein altes Alienrelikt - der Speer des Khaine. Eine uralte Waffe immenser Stärke treibt die drei Fraktionen gegeneinander an und sorgt für eine 17 Missionen lange Kampagne.

Diese hat es in sich. Denn es handelt sich um eine durchaus gelungene Geschichte, mit der einen oder anderen Wendung. Aber auch spielerisch überzeugt die Kampagne mit Abwechslung und das nicht zuletzt deswegen, da von Anfang an alle drei Völker gespielt werden können - ein Novum der Spielreihe.

Lesen wie im Studium

Das Warhammer 40K Universum ist unglaublich komplex und umfangreich. Oft habe ich mich im Spiel gefragt,“Wie bitte?“, „Wer macht was, warum?“ und „Um wen handelt es sich eigentlich?“. Da machten es mir die vielen Einheiten mit wenig Erklärung auch nicht leichter, die Welt von 40K zu verstehen. Erst nach zahlreichen Tutorial-Videos und Tricks aus Gaming-Foren wurde mir das Spiel verständlicher. Eine Hürde, die die Entwickler im Spiel hätten besser lösen können, damit auch Einsteiger die fantastische Lore des 41. Jahrtausends lieben lernen können.

mephisto 97.6 Redakteurin Sophie Schröder erklärt Warhammer 40K:

Erklärstück zu Warhammer 40K von Sophie Schröder.
2405 Erklärstück Warhammer

Feinste Strategie auf höchstem Niveau

Seit Jahren haben es Strategiespiele auf dem Markt schwer. Da freut es den geneigten Strategen umso mehr, dass in dieser dunklen Stunde Dawn of War III am Horizont emporsteigt. Die Einheiten unterscheiden sich in zwei große Kategorien. Zum einen gibt es die normalen Einheiten, die das Rückgrat der Armee darstellen. Zum anderen steuern wir in jeder Partie bis zu drei Heldeneinheiten.

Beide Einheitentypen haben Spezialfähigkeiten, die es zu nutzen gilt. So können Infanteristen der Menschen Granaten werfen, die Gegner kurzzeitig lähmen und Panzer können sich in Artillerie verwandeln. Die Helden wiederum haben eine größere Palette an Fähigkeiten und sind generell robuster gebaut. So wandelt zum Beispiel der imperiale Ritter (ein riesiger wandelnder Panzer) mit zwei Gatling-Guns über das Schlachtfeld. Die können dann ein kegelförmiges Sperrfeuer auslösen und falls das nicht reichen sollte, befindet sich auf dem Rücken des Ritters noch eine Raketenwerferstation, die fünf einzelne Raketen auf das Spielfeld abfeuern kann. Das gibt taktische Möglichkeiten und spezialisiert die Einheiten, überfordert aber leider zu oft.

Damit erinnert Dawn of War III in seiner Komplexität stark an den Genreveteranen Starcraft 2. Und so kommt es für unerfahrene Spieler oft dazu, dass eine möglichst große Armee gebaut wird, die dann geballt auf den Gegner gejagt wird. Während man als Profi eine Art Orchester steuert, in dem jede Aktion der einzelnen Einheiten, wenn gut abgestimmt, ein taktisches Meisterwerk schafft.

Einflüsse eines MOBAs

MOBAs - Multiplayer Online Battle Arenas sind auf dem Markt, spätestens seit League of Legends, ein Garant für erfolgreiche Spielmodelle. Deshalb finden sich Elemente dieses Genres immer wieder in anderen Spielen. Besonders die Einheitenfähigkeiten erinnern stark an MOBAs und die Verwendung derselben Tastenkürzel verstärkt diesen Endruck noch.

Aber die Ähnlichkeiten hören da nicht auf. Denn das Glanzstück des Mehrspielers, der neue Modus „Power Core“, scheint sich am Genre der MOBA orientiert zu haben. In Power Core können bis zu sechs Spieler gegeneinander antreten. Wahlweise auch mit oder gegen die KI. Ziel des Modus ist es, denn Energiekern des Gegners zu zerstören. Doch dafür muss zuerst der Verteidigungsturm ausgeschaltet werden, der wiederum von einem Schildgenerator geschützt wird. Hier existiert eine klare Kette an Zielen, die durchaus motivierend wirkt und für Strategiespiele typische Spielweisen, wie das Rushen des Gegners verhindert.

Die Kritik am Cartoon-Look

Seit der Veröffentlichung der ersten Gameplay Szenen heißt es, Dawn of War III würde zu sehr wie ein bunter Comic aussehen. Gemeint sind vor allem die übertriebenen Effekte und Fähigkeiten der Einheiten, die in diese Cartoonatmosphäre besonders wirken. Optisch hielten sich die Macher jedoch stark an der Tabletop-Vorlage von Games Workshop. Grafisch reißt sich Dawn of War III jedoch kein Bein aus. Insbesondere beim Heranzoomen fallen matschige Texturen auf und die Effekte wirken bestenfalls hübsch, aber sind nicht auf dem imposanten Stand anderer Genrekollegen.

Dawn of War III - Prophecy of War Trailer

Fazit

Man merkt, dass die Entwickler sich getraut haben, viele verschiedene Einflüsse miteinander zu kombinieren. Diese Ambition zahlt sich aus und liefert ein stimmiges Gesamtwerk. Jedoch ist die Hürde für Einsteiger enorm hoch und das audiovisuelle Erlebnis ist lediglich Mittelmaß. Warhammer 40K Dawn of War III ist keineswegs ein schlechtes Spiel. Es steht sich aber selbst im Weg und könnte Gefahr laufen, als Nieschenspiel in der Masse zu versinken.

mephisto 97.6 Redakteur Philip Fiedler mit seiner Rezension zu Dawn of War III:

Rezension zu Warhammer 40K Dawn of War III von Philip Fiedler

Philip Fiedler

1705 Gaming Warhammer
 

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Titel: "Warhammer 40,000: Dawn of War III"

USK 16

Entwickler: Relic Entertainment

Publisher: Sega

Plattform: PC, Mac, Linux

Genre: Echtzeit-Strategie