Pegida, Legida

Der Dialog und Fragen stehen noch offen

Pegida, Legida – No Pegida, No Legida. Diese Vereinigungen und Organisationen sind zurzeit in aller Munde. Sachsens Landesregierung bekräftigt, mit den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" ins Gespräch treten zu wollen.
Gespräch
Die Landesregierung Sachsen bekräftigte, den Dialog mit Pegida zu suchen.

15.000 Menschen auf den Straßen in Dresden, eine Demonstration in Leipzig am 12.01.2015. Pegida präsentiert sich in Sachsens Städten aktiv. Die Zahlen der Gegenbewegung jedoch steigen­ – Leipzig stellt sich quer gegen den Ableger der Pegida: Legida. Die Facebook-Seite der No Legida wurde schon knapp 8.000 Mal geliked. Die Gegendemonstration im kommenden Jahr hat bereits über 11.560 Zusagen. Weltoffenheit und Toleranz in Leipzig ist für viele Bürger unabdingbar. Die Organisation Pegida hat sich selbst noch nicht vor den Medien oder gegenüber der Regierung geäußert. Die sächsische Landesregierung hat am Mittwochabend aber nochmals bekräftigt, den Dialog mit Pegida zu suchen.

Das Problem, den Dialog zu finden

Wie soll man die tausenden Demonstranten jedoch erreichen? Genau das ist das Problem, wenn erstmal nur eine Seite zum Gespräch bereit ist. Sachsens Landesregierung hat so vorerst eine Informationskampagne geplant, um über die Handhabung der Flüchtlingsproblematik zu informieren und aufzuklären. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat in seiner Weihnachts- und Neujahrsansprache die Offenheit Leipzigs gegenüber Flüchtlingen geäußert, er sprach jedoch auch von der "Angst-Problematik", der "Angst vorm Fremden", die in den Köpfen mancher Bürger herrsche.

Wie wird die Legida, die nächstes Jahr in Leipzig zum ersten Mal demonstriert, eingeschätzt? Die Organisatoren halten sich bedeckt. Viele Fragen sind noch offen. René Hobusch (FDP) dazu:

Wie geht man damit um? Grenzt man die 15.000, die in Dresden auf die Straße gehen und für diffuse Ängste, würde ich jetzt mal vorsichtig sagen, oder gegen diffuse Ängste demonstrieren, grenzen wir die aus, stigmatisieren wir sie, überlassen wir sie den Strippenziehern vom rechten Rand und was passiert, wenn diese Dynamik sich weiter fortsetzt? Das sind viele Fragen, die sich stellen.

René Hobusch (FDP)

Die Schwierigkeiten den Kontakt herzustellen bringen also Fragen auf. Gespräche mit den Organisatoren der Demonstration werde es auf formaler Ebene geben, um Belange zu klären, so Juliane Nagel. Aus offiziellen und gesellschaftlichen Kreisen der Stadt Leipzig werde aber wohl kaum jemand eine Kommunikation mit Legida anstreben. Es sei „nicht so richtig klar, worum es Legida in Leipzig eigentlich geht“ wie durch jetzige Protestaktionen deutlich werde, denn es gäbe kein Verständnis für eine Linie gegen Flüchtlinge und Muslime. Es ist eine Frage der Zeit, ob und wie sich Legida und auch Pegida der Stadt gegenüber äußern werden.

mephisto 97.6-Redakteur Ole Zender über den fehlenden Dialog zwischen Pegida und der Landesregierung Sachsen.
Pegida

 

 

Kommentare

Die Linke versagt. Das Ergebnis ist u.a. PEGIDA

Ich wende mich hier an alle Linkspolitiker Leipzig und an alle nichtorganisierten Linken. Ich möchte auf Folgendes hinweisen: Seit 2011 gibt es Kriege, die Folgen betreffen uns alle. Libyien: Söldnerkrieg mit Regime-Change und völkerrechtswidrigen Nato-Bombardement. Syrien: Terrorkrieg gegen die Infrastruktur, die Zivilbevölkerung , Gaza-Massaker: Kriegsverbrechen ohne Folgen für die Schuldigen, Krieg gegen die Ostukrainer: Massenmord,Total-Blockade, Strafoperationen mit dem Ziel ethnischen Säuberung, Bundesregierung findet das muss so sein,... Die Linke sieht keinen Zusammenhang zur Flüchtlingsproblematik. Die Bevölkerung schon. Was Pegida eigentlich zeigt, wie mit 20000-facher Verstärkung, ist das gesellschaftliche und politische Versagen der etablierten Parteien in der BRD. Jeder Krieg hat Ursachen, Auslöser und vor allem Akteure. Es gibt Finanzquellen und Wege auf denen das Geld die Akteure erreicht. Die Söldner, Milizen, Terroristen müssen ausgebildet, ausgerüstet, angeleitet, bezahlt und mit Waffen und Militärtechnik versorgt werden. Die organisierten Linken haben es nicht geschafft, die Gründe, Hintergründe und Schuldigen an den weltweiten Kriegen der letzten Jahre zu benennen und dagegen öffentlich zu protestieren. Es gibt nur Aussagen von einigen wenigen Abgeordneten wie Dehm, Gehrcke, Dagdalen, Neu. Es gibt keine verbindliche Parteiposition zu den Gründen, Hintergründen und Schuldigen für Terror, Krieg und Barbarei. Es gibt keine Aufklärung über Finanzquellen, Finanzierungswege, Ausbildung, Kommandostrukturen und Kriegsziele. Auch die Linke versagt. Das Ergebnis ist u.a. PEGIDA.

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