Konzertbericht:Catfish and the Bottlemen

Der Boden bebt

Lange haben Berliner-Catfish and The Bottlemen Fans auf diesen Abend gewartet. Genauer gesagt mehr als vier Jahre! Und das Warten hat sich gelohnt: am 18. Mai liefert die Band im Huxley's Neue Welt einen unvergesslichen Abend voller magischer Musik.
Catfish and the Bottlemen im Huxleys Neue Welt
Catfish and the Bottlemen im Huxleys Neue Welt

Vor Huxley’s Neue Welt ist eine lange Schlange. Vor allem viele junge Fans sind heute Abend gekommen, um Catfish and the Bottlemen zu sehen. Außerdem ist in beinahe jedem Grüppchen jemand zu finden der Merch trägt. Die Laune ist gut, schließlich ist schönes Wetter und man freut sich auf das Konzert. Selbst der Späti an der Ecke spielt zur Einstimmung schon Catfish and the Bottlemen Songs.

Bevor es aber richtig losgeht sind erst einmal The Flavians an der Reihe. Die vier aus Schweden, England und Tschechien, haben alle in Berlin ihre neue Heimat gefunden. The Flavians spielen Indie-Pop – genau die Musik, die beim heutigen Publikum im Huxley’s Anklang findet. Deutlich unaufgeregter als die Musik von Catfish and the Bottlemen, und trotzdem ein sehr passender Auftakt für den Abend. Dass ihr Bandname mit Klebeband auf die Bass-Drum geschrieben wurde, mag für den einen oder anderen eher provisorisch aussehen, trägt aber eindeutig zu ihrem alternativen Look bei.

Einen Caipi für den Papageien

Dann ist es Zeit für den Hauptact des Abends – Catfish and the Bottlemen. Die Bühne wird von einem LED Papageien geschmückt, der durch einen Strohhalm an seinem Getränk nippt. Der gleiche Papagei, der auch das Cover ihres neuen Albums „The Balance“ ziert. Los geht es passenderweise auch mit „Longshot“, einem Titel von eben diesem Album. Dann werden von „Kathleen“ über „Pacifier“ bis „Twice“ schon in der ersten halben Stunde recht viele Hits abgeklappert. Trotzdem wird bei späteren Songs, die keine Singles waren, nicht weniger mitgesungen und auch nicht weniger mitgetanzt. 

Catfish and the Bottlemen im Huxleys Neue Welt

Indie Rock vom feinsten

Papageien-Geplapper gibt es bei Catfish and the Bottlemen trotz der gefiederten Dekoration nicht, dafür wird sehr ausgelassen performt. Auch das Publikum sieht Pausen als überflüssig an und tanzt und springt ununterbrochen. Die Menge im Huxley’s ist in eine dunstige Hitzewolke gehüllt und der Boden bebt – und das ist keine Übertreibung. Wer naiv genug war sich kurz vor Beginn noch ein Getränk zu kaufen, hat es spätestens beim dritten Song verschüttet. Der Abend bietet alles was zu einem richtigen Rock Konzert dazu gehört: Moshpits, Gitarrenwechsel, Schweiß - lediglich Crowd Surfing lässt Sänger Van McCann aus.

Die Briten spielen ihre meist geliebten Lieder und den Leuten gefällt es. Die Band hat sichtlich Spaß und das Publikum ebenso. Viel mehr passiert nicht, das ist aber auch gar nicht notwendig. 

Fazit

Van’s Stimme ist live genauso unverkennbar wie auf ihren Alben. Dass die Band einen so charakteristischen Sound hat, führt aber leider dazu, dass sich viele Songs live sehr ähneln. Das macht aufgrund der fantastischen Stimmung jedoch nichts aus. Eines ist jedenfalls klar – wer heute Abend stillstand, hat irgendetwas falsch gemacht.

 

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