Lichtfest 2017

Der Augustusplatz leuchtet wieder

Am Montagabend war der Augustusplatz durch über 1000 Lichter erhellt. Wie jedes Jahr wurde auch in diesem Jahr den Montagsdemonstrationen vom 9. Oktober 1989 gedacht, denn sie markieren einen der Höhepunkte der friedlichen Revolution.
Kerzenschein
Kerzenschein auf dem Augustusplatz

Es ist 20 Uhr, als auf dem Augustusplatz das künstliche Licht ausgeht. Dann ergreift Oberbürgermeister Burkard Jung das Wort. Er freut sich, dass so viele Leute gekommen sind, um der friedlichen Revolution zu gedenken. Es sei ein magischer Anblick, den er genießen dürfe. So gut wie jeder, der vor der Bühne steht, nickt zustimmend. Nur geklatscht wird wenig, schließlich haben fast alle eine Kerze in der Hand. Um die 15.000 Menschen sind gekommen, um einem Ereignis zu gedenken, welches Deutschland verändern sollte. Einige von ihnen waren damals sogar dabei.

Ich war damals mittendrin. Ich bin mit um den Ring gelaufen.

Zeitzeuge

Damals, das war der 9. Oktober 1989. Deutschland war noch geteilt, und Leipzig Teil der DDR. An diesem Abend überwanden Tausende ihre Angst vor dem Regime der DDR und demonstrierten für Demokratie und Freiheit. Besonders prägend für die Montagsdemonstrationen war der Ruf: "Wir sind das Volk!"

Gebet, Rede und Lichtermeer

28 Jahre später wird über die Demonstrationen selbst weniger gesprochen. Der Abend beginnt mit einem Gebet in der Nikolaikirche. Ähnlich wie die wöchentlichen Montagsdemonstrationen ab 1982. Rednerin beim Gebet ist dieses Jahr die Botschafterin des Lutherjahres, Margot Käßmann. Danach lädt der polnische Publizist und Journalist Adam Krzemiński zur Rede der Demokratie. Er erzählt von der Unterdrückung, die er als Germanistik-Student im Leipzig der DDR-Jahre erlebt hatte. Teile der Rede wiederholt er später noch mal auf dem Augustusplatz. Er schließt diese mit einem Appell:

Lassen wir uns als Nachbarn nicht von neuen und alten Nationalisten auseinanderdividieren.

Adam Krzemiński

Die Stimmung ist andächtig an diesem Abend. Nicht nur Leipziger sind da und auch nicht alle Anwesenden waren vor 28 Jahren dabei. Aber alle sind sich in einer Sache einig: Das Lichterfest ist eine gute Möglichkeit sich an die friedliche Revolution zu erinnern.

City Hochhaus erleuchtet
City Hochhaus erleuchtet
Die Informationen können Sie auch im Beitrag von mephisto 97.6-Redakteurin Annika Sparenborg nachhören:
Ein Beitrag von Annika Sparenborg.
 
 

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Die Webpräsenz des Lichtfests: http://www.lichtfest.leipziger-freiheit.de