Unister Affäre

Der Anfang vom Ende?

Im Januar 2017 startete der Prozess gegen zwei ehemalige Manager im Unister-Fall. Ihnen wurden Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Nun wurde ein erstes Urteil gefällt.
Das Leipziger Unternehmen besaß 40 eigene Webdomänen.

Der Internetkonzern Unister hat bereits eine Menge durchgemacht. Am 14.07.2016 stürzte über einem Wald in Slowenien eine Propellermaschine ab. Nach dem Aufprall ging sie in Flammen auf. Alle Insassen des Fliegers verbrannten. Unter ihnen waren die Gründer von Unister: Thomas Wagner und Oliver Schilling sowie der Finanzvermittler Heinz Horst Beck. Wagner befand sich auf dem Rückflug aus Venedig. Dort hatte er einen Deal für einen dringend benötigten Kredit von 15 Millionen Euro abgewickelt. Dabei wurde der Chef des Onlinekonzerns um 1,5 Millionen Euro betrogen, wie mephisto 97.6 berichtete. Kurz darauf - im Juli 2016 - meldete das Unternehmen, sowie unter anderem die Tochterunternehmen "fluege.de" oder "ab-in-den-urlaub.de", Insolvenz an. 

Weiterer Vorfall

Im Januar 2017 startete der Prozess gegen den ehemaligen Chef des Konzerns, Holger Friedrich und den früheren Gesellschafter, Daniel Kirchhof. Zwischen 2010 und 2014 sollen die Angeklagten in ungefähr 87.000 Fällen zu hohe Preise für Flugtickets verbucht haben. Der Vorwurf ist, dass mit den Fluggesellschaften im Nachhinein bessere Konditionen verhandelt wurden. Das bedeutet: Die Kunden hätten ein besseres Angebot bekommen können. Weitergeleitet wurde dies jedoch nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Kunden um mehr als 7,6 Millionen Euro betrogen worden sein.

Das Urteil

Eine Haftstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, erhielt Daniel Kirchhof. Dieser muss zusätzlich eine Geldstrafe von insgesamt 8.000 Euro zahlen. Holger Friedrich bekam eine deutlich mildere Strafe: Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt.

Das Leipziger Landgericht erklärt Friedrich und Kirchhof des Betruges schuldig, da sie Flugtickets runtergebucht hatten. Außerdem muss sich Daniel Kirchhof wegen des unerlaubten Verkaufs von Versicherungen und Hinterziehens von Versicherungssteuern verantworten. Die Verteidiger der Angeklagten kündigten bereits an, in Revision zu gehen.

Das Studiogespräch von Thomas Tasler und Moderator Nico van Capelle finden Sie hier: 

Ein Studiogespräch von Thomas Tasler und Moderator Nico van Capelle
 
 

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Pia Ebeling
04.12.2017 - 18:33