Ausstellung in der Albertina

Der 30-Jährige Krieg als Medienkrieg 1.0

Große Jahrestage kündigen sich immer mit historischen Büchern, Geschichtsdokus und Ausstellungen an. Das gilt auch für den Ausbruch des 30-jährigen Krieges vor 400 Jahren -- die Universitätsbibliothek Leipzig hat dafür in den Archiven gegraben.
Ihn kennt man auch von einer Biersorte aus der Region: des schwedischen König Gustav II. Adolf.

Auslöser des Krieges war der „Prager Fenstersturz“. Bei dem warfen am 23. Mai 1618 die protestantischen Stände aus Böhmen Vertreter des katholischen Königs aus dem Fenster der Prager Burg. Sie fürchteten nämlich eine Entmachtung und eine Gegenreform. Der katholische König konnte den Angriff auf seine Vertreter natürlich nicht hinnehmen, allerdings mussten sich beide Seiten Verbündete suchen, um den Konflikt auszufechten – und so herrschte bald in ganz Mitteleuropa Krieg.

Der Krieg spiegelte sich auch in zahlreichen Flugblättern, Kupferstichen und Schreiben wieder. Sie dienten als Nachrichten, aber auch dazu, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und das Vorgehen des jeweiligen Herrschers zu legitimieren. Fast 200 Jahre nach der Erfindung des Buchdrucks waren Auflagen in großer Stückzahl bereits etabliert und Leipzig mit der Buchmesse außerdem ein Zentrum der Publizistik.

Medienkrieg 1.0

Der 30-jährige Krieg war damit ein erster Medienkrieg, auch wenn sich das Leben der damaligen Bevölkerung stark von unserer heute unterscheidet. Die Universitätsbibliothek Leipzig hat nun eine Ausstellung konzipiert, in der sie ganz unterschiedliche Publikationen aus dieser Zeit vorstellt.

Lieder und Kupferstiche haben zum Beispiel Schlachtenverläufe dargestellt und kommentiert. Herrscher und Heeresführer finden sich als Porträts und als Karikaturen wieder. Nicht zuletzt wegen der großen Erwartungen an den schwedischen König als "Retter der Protestanten" dürfte das Konterfei Gustav II. Adolfs noch heute bekannt sein. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16.09. 2018 und der Eintritt ist frei.

Hören Sie hier Moderator Nico van Capelle im Gespräch mit Redakteur Anton Walsch:

Ein Beitrag von Anton Walsch.
Ein Beitrag von Anton Walsch.
 

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