Krankenseelsorge

Dem Schweigen verpflichtet

Sie kümmern sich um die Seele, wenn es dem Körper schlecht geht. Krankenseelsorgende sind GesprächspartnerInnen und Zuhörende in einem.
Krankenhaus
Krankenhausflur

 

Der ehemalige katholische Gemeindereferent Matthias Deckwart und die Theologie-Studierenden Sebastian, Jakob und Kira haben etwas gemeinsam. Sie sind seit Kurzem als Krankenseelsorgende in Leipzig tätig. Deckwart hat im September eine Stelle am Uniklinikum angefangen. Die Studierenden besuchen ein Seminar an der Universität zum Thema Krankenseelsorge und haben schon erste praktische Erfahrungen gesammelt.

Frei von Vorurteilen

Bei der Vorbereitung auf die persönlichen Gespräche mit Erkrankten, aber auch Angehörigen, spielt es immer eine Rolle, wie es den Seelsorgenden selbst geht und wie sie bisher mit Krankheit umgegangen sind. Bevor sie ein Zimmer betreten, wissen sie oft nur einen Namen. Um das Gespräch zu beginnen, haben die Studierenden einen Satz vorbereitet, um sich vorzustellen und Vertrauen aufzubauen. Bevor Matthias Deckwart ein Krankenzimmer betritt, hält er einen Moment inne.

Ich versuche mich, bevor ich in ein Zimmer gehe, von jeglichen Vorstellungen freizumachen, wer da hinter der Tür sein könnte, was das für ein Mensch sein könnte. Das bringt nichts.

Matthias Deckwart

Missionierung ist fehl am Platz

So unvoreingenommen kann er am besten für die Patientinnen und Patienten da sein und sich in ihre Situation einfühlen. Der Inhalt der Gespräche bleibt darüber hinaus geheim. So können ihm auch Sorgen und Ängste anvertraut werden, die die Erkrankten ihren Verwandten, Freunden und Freundinnen möglicherweise nicht zumuten wollen. Sie können ihre Gefühle offen zeigen.

Auch der Glaube spielt in den Gesprächen eine Rolle. Seelsorge hat ihren Ausgangspunkt in der Religion und im Fall von Deckwart und den drei Studierenden im christlichen Glauben. Dennoch sind sich alle vier einig: Missionierungsversuche haben im Krankenzimmer nichts zu suchen. Der Glaube kann in den Gesprächen Thema sein, es wird gebetet und auch über Zweifel gesprochen. Aber auch Atheisten und Atheistinnen können die Seelsorge in Anspruch nehmen.

 

Den Beitrag über die Krankenseelsorgenden können Sie hier nachhören:

Der Bericht von Sonja Bakes über die Krankenseelsorge
Sonja Bakes über Krankenseelsorge
 

Kommentieren