Die Kolumne

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Marisa Becker über das, was sie nicht an Leipzig mag.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist in dieser Woche passiert? Unsere Kolumnisten haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören:

Die Kolumne von Marisa Becker.
0206 Kolumne Marisa

Leipzig ist bekannt für Dinge wie den Thomanerchor. War Schauplatz der friedlichen Revolution und nahezu jeder kennt das Völkerschlachtdenkmal. Das ist auch so ungefähr das, was ich jedem von Leipzig erzählt habe, als ich vor anderthalb Jahren hierher gezogen bin. Inzwischen habe ich die Stadt aber ein wenig besser kennengelernt. Und muss sagen: Es gibt echt ein paar Dinge, die nerven mich richtig, Leipzig! Ja, die machen mich sogar wirklich wütend!

Kolumnistin Marisa Becker
Unsere Kolumnistin Marisa Becker empfindet Weihnachten nicht als stressig – sie liebt es!

Wohin mit dem ganzen Müll?

Warum gibt es so wenig Mülleimer? In der Innenstadt gibts zwar genug. Aber sobald man eine etwas abgelegene Straße langlaufen will, muss man sich einen eigenen Mülleimer mitbringen. Also falls man seinen Müll nicht ständig mit sich rumschleppen will. Es gibt sogar Tram Stationen, an denen man zwar nach einem Mülleimer suchen kann - aber niemals einen finden wird! Die Stadt wächst doch und das wissen doch alle und rühmen sich damit - warum werden dann nicht auch mehr Mülleimer aufgestellt?

Free your pee?!

Ähnlich wie mit den Mülleimern, sieht es auch mit öffentlichen Toiletten aus. In der Stadt gibt es welche, in den Parks muss man sich immer einen ruhigen Busch zum pinkeln suchen. Die öffentlichen Toiletten, die es gibt, sind alle kostenpflichtig. Zumindest die, die ich bislang gesehen habe. Der Gang zum Klo sollte aber nicht kostenpflichtig sein! Also, liebe Stadt, wie wäre es mit kostenlosen, öffentlichen Toiletten? Sogar Wiesbaden hat das hingekriegt!

Jeder fährt jeden über den Haufen!

Das Leipziger Verkehrschaos ist fast schon ein Klassiker. Ja klar, Leipzig ist eine Großstadt, es gibt viel Verkehr - aber hier habe ich ja teilweise Angst, nicht lebend wieder raus zu kommen! Das Problem ist ziemlich vielschichtig: Als Autofahrer habe ich Angst, Radfahrer umzunieten. Als Radfahrer habe ich Angst, von Autos umgenietet zu werden. Und als Fußgänger habe ich Angst, dass ein Fahrrad mich über den Haufen fährt. Vielleicht bin ich auch das Problem. Wobei ich sagen muss, eigentlich gäbe es eine einfache Lösung: Für Fahrradfahrer sollte es einfach durchgängig Fahrradwege geben. Leipzig hat doch mega viele Fahrradfahrer. Und so müsste man sich weder als Fußgänger, noch als Rad- oder Autofahrer Sorgen machen. Jedes Mal, wenn ich vom Johannisplatz zum Gerichtsweg fahre, fährt irgendein Auto so nah an meinem Rad vorbei, dass ich schweißgebadet vor Nervosität am Gerichtsweg ankomme. Da fängt ja dann der Radweg wieder an. Ich wäre sehr dankbar für einen Radweg statt parkenden Autos auf der Strecke zwischen den beiden Stationen. Damit man sich durchgehend sicher fühlen kann.

Und nächste Woche?

Rutsche ich an der Rennbahn auf Bananenschalen aus und sonne mich im Park im Urin anderer Menschen! Und Tieren - denn Hundebeutel gibt's hier ja auch nicht!

 

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Marisa Becker
02.06.2017 - 11:28