#Leipzig2030

Das Stadtviertel der Zukunft?

Auf der Brachfläche hinter dem Bayerischen Bahnhof soll das "Stadtviertel der Zukunft" entstehen. Dabei ist das Areal schon längst bewohnt. Viele geschützte Tierarten leben dort. Durch die Bauarbeiten werden sie bald aus der Stadt verdrängt.
Der Bayerische Bahnhof
Hinter dem Bayerischen Bahnhof soll bald mehr, als nur eine Brachflächen liegen.

Nach zähen Verhandlungen hat die Stadt Leipzig im Juni 2017 grünes Licht für den Bau eines neuen Stadtviertels hinter dem Bayerischen Bahnhof gegeben. Hier sollen über 3.000 Wohnungen entstehen, darunter mindestens 650 Sozialwohnungen. Auch Kitas und Schulen sind geplant.

Verantwortlich für den Bau ist die BBH Entwicklungs Gesellschaft, eine Tochter der Stadtbau AG. Projektmanager Marko Mühlner sieht in dem Projekt die Zukunft Leipzigs:

Wir haben hier die einmalige Gelegenheit einen kompletten Stadtteil so zu entwickeln, dass er genau auf die Menschen des 21. Jahrhunderts abgestimmt ist. [...] Er wird Leipzig städtebaulich für das nächste Jahrhundert vorbereiten.

Marko Mühlner, Projektmanager Stadtbau AG

Der NABU-Leipzig sieht das Projekt kritisch. Auf dem Gebiet der Stadtbrache im Leipziger Süden leben viele Tierarten, wie etwa Wechselkröten, Zauneidechsen oder Nachtigallen. Einige der Tierarten gelten sogar als bedroht. Durch die Rodung vieler Hecken sind bereits einige Tierarten aus ihrem Lebensraum verdrängt worden. René Sievert, Vorsitzender des NABU Leipzig, fordert beim Bau einen rücksichtsvolleren Umgang mit den Tieren auf dem Gebiet des geplanten Stadtquartiers:

Wir wünschen uns eigentlich, dass man bei den Bauarbeiten nicht erst radikal die Baufeldfreimachung macht, sondern dass man das, was an Natur da ist, so weit wie möglich erhält. Und das wird bei den Planungen überhaupt nicht berücksichtigt.

René Sievert, Vorsitzender NABU Leipzig

Der NABU forderte schon vergangenes Jahr einen Baustopp. Doch viel passiert ist nicht. Bisher wurde die Natur bei den Planungen kaum berücksichtigt. Dass auf dem Gelände viele schützenswerte Arten leben, war auch vor Ort sichtbar.

Mehr Informationen aus der Sendung:

Ein Beitrag von Janek Kronsteiner
 
 

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