Filmfinanzierung in Deutschland

Das Millionengeschäft der Filmbranche

Ein deutscher Kinofilm kostet im Durchschnitt fünf Millionen Euro. Das entspricht ungefähr dem Wert einer Luxusvilla - eine gewaltige Summe Geld für zwei Stunden Entertainment. Doch wer finanziert diese teuren Produktionen eigentlich?
1/5 der deutschen Kinofilme wurden 2018 von der FFA gefördert

Produzenten deutscher Kinofilme sind zu großen Teilen auf Filmförderung angewiesen. Eine der wichtigsten deutschlandweiten Institutionen ist die Filmförderungsanstalt, die FFA. Mit einem Budget von rund 78 Millionen Euro konnte im letzten Jahr rund 1/5 der deutschen Kinofilme gefördert werden. Laut Jens Steinbrenner, Pressesprecher der FFA, spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle.

Für uns ist ein sehr wichtiges Kriterium die Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg. Wir gucken auf die Produktion, Regie und ob das erfolgsversprechend sein kann.

Jens Steinbrenner, Pressesprecher der FFA

Doch obwohl die Förderungen bedingt rückzahlbar sind, also je nach Einspielsumme zurückgezahlt werden müssen, gehen nur wenige Gelder im Nachhinein zurück in den Topf.

Besucher bestimmen die Wirtschaftlichkeit

Die meisten Produktionen können die Förderung nicht zurückzahlen. Die Filme sind für den kleinen, deutschen Markt oft zu teuer. Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Film nicht erfolgreich war. Denn die FFA fasst den Begriff der Wirtschaftlichkeit etwas weiter.

Jeder 4. Geht in einen deutschen Film und da sind eben auch die Filme dabei, die ihre Kosten nicht wieder einspielen.

Jens Steinbrenner, Pressesprecher der FFA

Demnach hängt der Erfolg eines Films nicht davon ab, ob er sein Budget wieder einspielen kann. Es sind die Besucherzahlen, die dafür sorgen, dass das Kino funktioniert. Vor allem die überdurchschnittlich teuren Produktionen sind Kassenschlager in den deutschen Kinos. Besonders erfolgreich war dabei im letzten Jahr „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Der Film zählt mit einem Budget von 25 Millionen Euro zu den teuersten deutschen Kinofilmen aller Zeiten. Auch dieser Film konnte sein Budget nicht wieder reinholen. Dennoch spielte er den Kinos 1,8 Millionen Euro ein und erreichte damit Platz 1 der besucherstärksten deutschen Kinofilme 2018.

Förderungen heben deutschen Marktanteil

Der Erfolg dieser Produktion zeigt, dass sich die deutsche Filmindustrie in den letzten Jahren verbessert hat. Laut Steinbrenner, liegt das vor allem an der Verbreitung der Förderinstitutionen.

Die deutsche Förderlandschaft ist der Grund dafür, dass wir eine nennenswerte Filmindustrie haben. Das hat dazu geführt, dass sich der deutsche Marktanteil über die Jahre bei 20 bis 25% stabilisiert hat.

Jens Steinbrenner, Pressesprecher der FFA

Durch das Zusammenspiel dieser Förderer hat der deutsche Film damit einen rasanten Aufstieg erlebt. Eine überdurchschnittlich teure Produktion wie „Jim Knopf“ bleibt trotzdem eine Ausnahme. Dennoch wird auch in diesem Jahr wird wieder viel produziert und gefördert. Letztendlich ist ja nicht das Budget ausschlaggebend für die Qualität des Films, sondern die Geschichte.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von Jenny Becker über das Millionengeschäft der Filmbranche
Filmfinanzierung
 

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Jenny Becker
11.07.2019 - 15:18