Interview mit Apologies, I Have None

"Das ist ein Song, kein Lebensstil"

Vier Jahre sind seit dem Debütalbum der britischen Post-Punk-Band "Apologies, I Have None" vergangen. Ihr neues Album heißt "Pharmacie". Über die Platte und die Band haben wir mit dem Sänger und Gitarristen Josh McKenzie geredet.
"Apologies, I Have None" sind zur Zeit mit ihrem Album "Pharmacie" auf Tour.
"Apologies, I Have None" sind zur Zeit mit ihrem Album "Pharmacie" auf Tour.

Ausdrucksstarker Post-Punkrock - den gab`s am Mittwoch (28.09.) im Conne Island von der britischen Band '"Apologies, I Have None". Die Jungs haben letzten Monat ihr zweites Album veröffentlicht. Das heißt "Pharmacie" und beschäftigt sich mit mentaler Gesundheit. Physisch gesund schien der Sänger Josh McKenzie am letzten Abend leider nicht gewesen zu sein. Das Konzert musste wegen seiner Heiserkeit früher abgebrochen werden. Hoffentlich lag das nicht daran, dass uns der Sänger  zuvor ein ausgiebiges Interview gegeben hat.

 

Habt Ihr wirklich nichts, wofür Ihr Euch entschuldigen müsstet? Oder wie seid Ihr auf den Bandnamen gekommen?

Ich müsste mich für alles entschuldigen. Das ist eine Zeilen aus einem Song von Grade. Ich bin ein großer Fan der Band. Es ist nicht wirklich ein Statement zu unserem Lebensziel.  

Habt Ihr in der Band alle denselben Musikgeschmack oder sind Eure Musikeinflüsse ähnlich?

Es ist überwiegend ähnlich. Der Musikgeschmack reicht von harter Musik bis hin zu Popmusik. Simon spielt Gitarre und er mag sehr brutalen Heavy Metal. Das klingt für mich, als würde jemand in ein Mikro brüllen/bellen. Und wir anderen hören auch viel Popmusik. Ich mag Taylor Swift sehr gern.

Euer neues Album "Pharmacie" erschien letzten Monat. Das sind vier Jahre seit Eurem Debüt. Wieso hat das so lange gedauert, was ist in der Zwischenzeit passiert?

Wir haben schon vor Jahren mit der Arbeit zum Album angefangen. Aber wir mussten neue Leute suchen, wie James hier neben mir. Und das hat einfach lange gedauert. Und Song Writing generell braucht auch seine Zeit.

Die Texte zum neuen Album klingen sehr persönlich. War es für Dich schwierig Deine Emotionen in den Texten zu verarbeiten?

Nein, das finde ich nicht wirklich schwierig. Ich setzte mich nie hin und sage: So jetzt schreibe ich einen Song. Ich habe immer wieder mal Textzeilen im Kopf und die bringe ich dann irgendwie zusammen. Ich habe keine wirkliche Taktik dabei, die ich Dir erklären könnte.

Einige Eurer Songs sind sehr ruhig, andere haben härtere Passagen. Was gefällt Dir denn besser?

Ich denke, ich mag die lauteren Teile lieber. Die machen live mehr Spaß, weil man dazu auf der Bühne gut tanzen kann.

Du tanzt also?

Ich tanze immer und überall. Ich mag experimentellen Tanz. Wir waren vor ein paar Monaten in Ljubliana in Slowenien. Wir waren sehr früh dort, deshalb sind wir in ein paar Bars gegangen. Und in einem Klub in Ljubliana hat so ein Mädchen Klavier gespielt und dazu haben sich ein Haufen Leute in dem Tanzbereich aufeinander gewälzt. Und um sie herum saßen alle anderen einfach nur da, und sahen in totaler Stille dabei zu, wie sie, bloß vom Klavier begleitet, diesen experimentellen Tanz ausführten. Ich hab dabei ungefähr eine Stunde lang gebannt zugesehen, aber als ich mich gerade entschlossen hatte da selbst mal mitzumachen, haben alle anderen aufgehört.

Findest Du, Euer deutsches Publikum unterscheidet sich sehr vom britischen?

Ich finde, die Deutschen sind etwas offener gegenüber verschiedener Musik. Sie scheinen sich nicht so sehr auf die Bands zu beschränken, die gerade angesagt sind. Die Leute hier scheinen sich darum nicht groß zu kümmern. Das finde ich gut. Man muss sich nicht für die Bands rechtfertigen, die man mag. Das soll aber auch nicht heißen, dass alle Briten Aufschneider sind.

Gibt es eine verrückte Geschichte zu Eurer Tour, die Du mir gern erzählen würdest?

Vor ein paar Monaten hatten wir noch einen Van. Da hat sich der Schlauch wohl vom Motor gelöst und alle Abgase wurden direkt in den Van geleitet. Wir konnten es riechen, aber wir wussten nicht, was die Ursache war. Zwei Monate sind wir in dem Van zu Konzerten gefahren und wurden alle komplett verrückt. Simon dachte, er hätte Kinder auf der Autobahn gesehen. Und ich habe die ganze Zeit hinten den Van vollgekotzt. Und das zog sich über Jahre hin, bis der Van endlich repariert wurde. Das war verrückt für uns. Wir wurden alle ein bisschen verrückt.
 

Celia Woitas im Interview mit "Apologies, I Have None"(mit Overvoice)
Celia Woitas im Interview mit 'Apologies, I Have None' (mit Overvoice)
 

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