Hanf in der bioökologischen Wende

Das geheime Potenzial

Wenn es um Hanf geht assoziieren viele Menschen damit die Droge Cannabis. Doch die Hanfpflanze birgt ein viel größeres Potenzial, das bisher kaum genutzt wird. Besonders für die bioökologische Wende kann Hanf von Bedeutung sein.
Von der Hanfpflanze kann jeder Teil verwertet werden - von der Wurzel, über den Stängel bis zur Blüte.
Von der Hanfpflanze kann jeder Teil verwertet werden - von der Wurzel, über den Stängel bis zur Blüte.

Hanffelder statt Kohletagebau

Wenn es nach einem Forscherteam der Hochschule Merseburg geht, soll das bald Realität werden. „Bio-Energie-Plus“ heißt ein Pilotprojekt, das im Burgenlandkreis eine nachhaltige Energieversorgung sichern soll.

Dazu will das Forscherteam Industriehanf auf rekultivierten Bergbaulandschaften anbauen. Der Hanf soll dann in einer speziellen Anlage verbrannt werden, und so Energie liefern. Außerdem ist Hanf universal verwertbar: Es sollen aus den Hanfpflanzen auch Lebensmittel, Kosmetika und Baustoffe produziert werden. Vor allem aber entzieht Hanf der Atmosphäre viel CO2 - und das ohne viel Aufwand.

Der Vorteil bei Hanf ist, dass es so schnell wächst. Das ist anders als bei Holz oder Baumwolle, die sehr viel Wasser verbrauchen. Es ist einfach so einfach und anspruchslos mit Hanf zu arbeiten. Deswegen ist da das Potenzial wirklich da.

Felix Drewes, nutzt Hanf seit mehreren Jahren als Baustoff

Das schlummernde Potenzial

Bisher wird das Potenzial von Hanf allerdings kaum genutzt. Einerseits wüssten viele Menschen gar nicht, dass Hanf so ein guter CO2-Speicher ist. Andererseits hätten viele Landwirte und Landwirtinnen bedenken Hanf anzubauen. Das liegt sowohl daran, dass Hanf der Drogenruf vorauseilt, als auch an Auflagen, die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung vorgibt. Außerdem ist der Anbau von Hanf für Bauern mit hohen Kosten verbunden. Zum Beispiel sind Maschinen für die Pflege und Ernte der Pflanzen teuer, da die Nachfrage gering ist.

Hürden beseitigen

Unter anderm fordert der Deutsche Hanfverband, die Beschränkungen für den Anbau von Hanf zu lockern.

Ich glaube die grundlegende Entkriminalisierung der Bevölkerung und damit der Verzicht auf das Stigma würde erheblich dazu beitragen, dass sich die Situation verbessert.

Angelika Saidi, Sprecherin Deutscher Hanfverband für den Halle-Saale-Kreis

Auch Felix Drewes sieht in der Entkriminalisierung eine entscheidende Rolle. Um den Anbau von Hanf zu liberalisieren seien aber auch Vorbildprojekte nötig.

Die Leute müssen an Projekten sehen, dass es geht. Und so müssen wir langsam dazulernen und langsam das Wissen verbreiten. Da ist die Politik gefragt, sowie der Konsument. (...) Hier muss auf allen Ebenen gearbeitet werden.

Felix Drewes, nutzt Hanf seit mehreren Jahren als Baustoff

Das Potenzial, das Hanf für die bioökologische Wende birgt, wird bisher kaum genutzt wird. Denn der Ruf als alleiniges Rauschmittel eilt der Hanfpflanze voraus. Hier ist es wichtig aufzuklären, dass Hanf "mehr ist als nur kiffen".

Mehr zum Potenzial von Hanf hören Sie hier:

Charlotte Siemoneit über das geheime Potenzial von Hanf in der bioökologischen Wende.
Charlotte Siemoneit über das geheime Potenzial von Hanf in der bioökologischen Wende.
 

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Charlotte Siemoneit
28.10.2019 - 16:39
  Wissen

Das Pilototprojekt BioenergiePLUS der Hochschule Merseburg setzt auf Hanf:

https://www.hs-merseburg.de/hochschule/projekte/bioenergieplus/