Podiumsdiskussion

Das dritte Geschlecht

Wenn zukünftig Angaben zum Geschlecht gemacht werden, gibt es drei Optionen: Männlich, Weiblich & Divers. Aber was bedeutet eigentlich Divers? Welche Veränderungen können wir demnächst an der Universität erwarten?
Ein Portrait der Ausstellung "go between- dazwischen."
Ein Portrait der Ausstellung "go between- dazwischen."

Bislang standen Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, keine Möglichkeit zur Verfügung ihre Geschlechtsidentität adäquat anzugeben. Das hat sich seit Anfang November geändert. Mit Verweis auf das vom Grundgesetz geschützte Persönlichkeitsrecht und Diskriminierungsverbot entschied das Bundesverfassungsgericht, dass inter- und transgeschlechtliche Menschen eine Eintragung abseits von 'männlich' und 'weiblich' in das Geburtenregister ermöglicht werden muss. Dazu veranstaltete das Gleichstellungsbüro am 5. November eine Gesprächsrunde unter dem Titel 'Post Binär- Hochschulen und die dritte Option.'

Einführung des dritten Geschlechts

In der Diskussionsrunde ging es hauptsächlich darum, wie in öffentlichen Verwaltungen, gerade an Universitäten, die Einführung des dritten Geschlechts zu notwendigen Veränderungen in der Verwaltung führen muss. Zum Beispiel, wie künftig alle drei Geschlechter in Formulierungen von Immatrikulationen, Einladungen, Stellenausschreibungen usw. angesprochen werden sollen. Aber auch praktische Fragen wurden thematisiert, wie die Frage nach dem Bedarf einer eigenen Toilette für trans- und intergeschlechtliche Menschen. Zum Anlass der Diskussionsrunde wurde gleichzeitig die Fotografie Ausstellung 'go between - dazwischen' der halleschen Fotografin Yvonne Most eröffnet. 

Die Portraits, die ich gemacht habe sollen eine Irritation hervorrufen. Aber eine sanfte. Viele die ich portraitiert habe, haben sich vorher noch nie mit Genderidentitäten beschäftigt.

Yvonne Most, Fotografin

Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche zwischen den Geschlechtern. 25 Portraits nähern sich der stillen Intimität der Geschlechteridentität, bewahren diese und machen sie authentisch und eindringlich sichtbar. Die Ausstellung wird demnächst im 2. OG des Hörsaalgebäudes der Universität Leipzig zu sehen sein. 

Den Beitrag zum Nachhören findet Ihr hier:

Redakteurin Laura Camboni im Gespräch mit Moderator Janek Kronsteiner.
0611_Mitschnitt_das_dritte_geschlecht
 

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