Sherlock Holmes

Damals und Heute

Die Legende lebt. Seit 1887 löst Sherlock Holmes nun schon Mordfälle. Er ist aus Literatur, Film und Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Mit "Sherlock" wagte die BBC 2010 eine Neuauflage des Klassikers. Am Sonntag startet Staffel 4 nun auch bei uns.
Sherlock's Hut und Pfeife
Sherlock Holmes Museum

Die 221b Baker Street - eine der wohl berühmtesten Adressen der Welt. Sie ist nicht nur Wohnort von Sherlock Holmes und seinem Kollegen Dr. Watson, sondern auch Anlaufstelle für Leute mit besonders heiklen Problemen. Sherlock Holmes ist nämlich ein Meisterdetektiv.

Dem Autor Arthur Conan Doyle haben wir es zu verdanken, dass diese Figur auch heute noch allgegenwärtig ist. Seine erste Geschichte "Eine Studie in Scharlachrot" fand damals zuerst keine große Beachtung. Erst als ein Journalist 1887 begann, die Geschichten in seiner Zeitung zu veröffentlichen, wurde Doyle damit berühmt. Er setzte sich zum Ziel, das Genre des Kriminalromans zu revolutionieren. Bis dahin war es nicht üblich aufzuzeigen, wie die Ermittler zur Lösung des Falles gelangten.

Ich fand, man will eine Erklärung, wie er zu seinen Schlussfolgerungen kommt. So hatte ich die Idee, wissenschaftliche Methoden in die Detektivarbeit mit einzubeziehen.

Arthur Conan Doyle

Sherlock Holmes betritt das literarische Parkett als Chemiestudent am Sankt Bartholomeus Hospital. Dort trifft er durch den gemeinsamen Bekannten Mike Stamford auf Dr. John Watson. Dieser war als Arzt im Krieg, bevor er aufgrund einer Schussverletzung nach London zurückgeschickt wurde, tätig. Zusammen ziehen sie in die Baker Street. Die fürsorgliche Vermieterin Mrs. Hudson bekommen sie gratis zum Inventar dazu. Von nun an lösen Holmes und Watson gemeinsam schwierige Kriminalfälle.

Seit 2010 läuft "Sherlock" in der BBC

Über die Jahre hinweg wurde der Stoff immer wieder aufgegriffen und neu interpretiert. Egal ob in Anime ("Conan"), in Theaterstücken oder im Film, beispielsweise in dem Klassiker mit Jeremy Brett und Edward Hardwicke in den Hauptrollen. Die Geschichte Sherlock Holmes‘ ist allgegenwärtig. Eine der modernsten Inszenierungen liefert seit 2010 die BBC mit der Serie „Sherlock“. Das dynamische Ermittler-Duo löst hier seine Fälle nicht mehr Ende des 19. Jahrhunderts, sondern im London der Gegenwart. Anspielungen auf das Original dürfen aber trotzdem nicht fehlen.

So ist Holmes seinem literarischen Vorbild nachempfunden, allerdings zeitgemäßer in Szene gesetzt. Er raucht keine Pfeife mehr, sondern versucht, sich mit Nikotinpflastern das Rauchen abzugewöhnen. Aus seinem Ausspruch "Es ist ein Drei-Pfeifen-Problem" wird in der Neuverfilmung "Es ist ein Drei-Pflaster-Problem.".

Natürlich können sich in der Serie die Detektive nun auch moderner Technik bedienen. So schreibt Watson beispielsweise einen Blog, anstatt seine Erlebnisse im „Strand Magazine“ zu veröffentlichen. Bei diesem handelt es sich übrigens um dieselbe Zeitung, die auch Doyles Geschichten abdruckte. Den Blog können begeisterte Fans im Internet nachlesen.

Wir lösen gemeinsam Verbrechen, ich blogge darüber und er hat seine Hosen vergessen. Ich hätte da keine allzu großen Hoffnungen.

John Watson, "Ein Skandal in Belgravia"

Am Sonntag startet die lang ersehnte vierte Staffel auch im deutschen Fernsehen. Sie schließt nahtlos an das Ende der dritten Staffel an und verspricht Spannung, Drama und den typisch britischen Humor. Unter Fans wird allerdings kontrovers diskutiert. Im Gegensatz zu den ersten drei Staffeln wird die Handlung nämlich auf eine sehr persönliche Ebene gehoben. Es geht also weniger um die Kriminalfälle, sondern mehr um die Freundschaft von Sherlock und John sowie um das Leben der Familie Watson.

Gerade das macht die neuen Episoden jedoch so spannend. Die Charaktere entwickeln sich weiter und Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt. Sherlock soll sich entscheiden: sein Bruder oder sein bester Freund?

Die vorerst letzte Folge lässt die Fans im Unklaren darüber, ob es noch eine Fortsetzung geben wird. Selbst wenn es das Ende der Serie ist – das Finale wäre dem würdig.

 

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Margret Alm und Annika Sparenborg
01.06.2017 - 10:03
  Kultur

Hier können Sie den Blog von Dr. John H. Watson finden.