RB Leipzig

Clever umgangen!

Die 50 + 1 Regel soll den Einfluss von Wirtschaftsunternehmen im Liga-Fußball minimieren. Vereine nutzen deshalb häufig Schlupflöcher – zum Beispiel auch RB Leipzig. Deshalb fordern Sportwissenschaftler der Uni Leipzig nun ein Überarbeiten der Regel.
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RB Leipzig im Stadion

Hauptsponsor von RB Leipzig ist der Getränke- und Marketingkonzern Red Bull, das ist allseits bekannt. Bei dem Konflikt zwischen der DFL und Leipzig geht es insbesondere um die sogenannte 50+1-Regel (s. Info-Box).

Die 50+1 Regel und RB Leipzig

Durch diese Regel soll gesichert werden, dass nicht einzelne, große Geldgeber bestimmen, was im Verein passiert. Damit will die Liga verhindern, dass Unternehmen Fußballvereine vollständig übernehmen und wirtschaftliche Belange über sportliche gestellt werden. Sie gilt für alle Vereine der ersten drei Bundesligen. Also auch für RB Leipzig. Doch halten die Bullen sich an die Regel? Jein, sagt Gregor Hovemann von der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.

In Leipzig ist die Situation so, dass das Geld aus einer Richtung kommt und der Geldgeber dadurch natürlich mehr als nur eine Stimme hat.

Gregor Hovemann, Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig

Vorwürfe gegen RB stehen schon lange im Raum. Trotzdem konnte dem Verein nichts nachgewiesen werden, denn: Rein juristisch gesehen halten sie sich an die 50+1 Regel. Der Verein werde, so Gregor Hovemann, relativ klein gehalten. Da es nicht so viele Mitglieder gibt, werde gesichert, dass die Regel eingehalten wird, trotzdem nicht tausend oder mehr Leute mitstimmen. Mindestens 51 Prozent der Kapitalgesellschaft liegen also beim Verein – der hat aber nur 17 Mitglieder. Deshalb bestimmt bei RB trotz der Regel nur eine kleine Gruppe, was im Verein passiert. RB selbst wollte sich dazu nicht äußern. Für Hovemann ist das problematisch. Die Regel existiert zwar, werde aber im Grundgedanken nicht realisiert:

Dann ist es eben wichtig, dass geschaut wird: schaffen wir sie ab, weil sie eh keinen interessiert oder modifizieren wir sie, damit sich wieder dran gehalten wird.

Gregor Hovemann

Umstrittene Regel: Was sagen die Fans?

Die Regel sei praktisch seit ihrer Einführung umstritten. Deshalb sei es umso wichtiger zu klären, was mit ihr passiert, so Hovemann weiter. Aus diesem Grund möchte er nun die Fans befragen. Sie seien schließlich ein großer Teil der Fußballkultur – und auch die größten Kritiker.

Hier können sie an der Umfrage teilnehmen.

Redakteurin Marisa Becker berichtet über den Konflikt um die Lizenz des Vereins RB Leipzig:

Der Beitrag von Redakteurin Marisa Becker zu RB Leipzig und der 50+1 Regel
0208 BmE 50+1 RB
 

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Paula Kittelmann
02.08.2017 - 19:07
  Sport

Die 50+1 Regel ist eine Vorschrift im Liga Fußball. Sachlich ist 50+1 eine verbandsrechtliche Regelung, die sich auf wirtschaftlich ausgegliederte Unternehmen im Fußball bezieht. Manche Vereine machen aus ihren Profi-Mannschaften nämlich Unternehmen. In diesem Fall muss der Verein nämlich laut Vorschrift mehr als die Hälfte der Anteile innehaben – also 50 + 1. Einige Vereine umgehen diese Regelung aber, darunter auch unsere Roten Bullen, so Wissenschaftler der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Uni Leipzig.