Interview

Carsten Bohn zu Gast im Tape-Tonleiter

Carsten Bohn hat viele Facetten und hält diese nicht hinterm Berg. Im Interview mit Musikredakteur Felix Schmidt plaudert er munter aus dem Nähkästchen und darüber wie es eigentlich dazu kam, dass er die Musik zu den Drei ??? komponierte.
Carsten Bohn
Carsten 'Cool' Bohn

Der Mann hat viel erlebt. Als junger Jazzer aus Hamburg verdiente sich das Geld in den Siebzigern nicht leicht. Aber Miete, Unterhalt und so weiter wollen berappt werden. Da trifft es sich, wenn der Vermieter einem die Möglichkeit gibt für ihn zu arbeiten. Daraus kann aber auch ein regelrechter Urheberrecht-Krimi entstehen. So geschehen im Fall 'Carsten Bohn'. Wie er sich seine Brötchen verdient hat, worum es in dem mittlerweile über 15 Jahre andauernden Rechtsstreit geht, mit welchen Größen er zusammen musizierte und wen er noch so alles in seiner Karriere kennengelernt hat, dass er verrät er Ihnen ausführlich im Interview für den (Tape-)Tonleiter.

 

 

Carsten Bohn im Gespräch mit Felix Schmidt
Carsten Bohn IV
 

Kommentare

Super interessantes Interview! Hätte ruhig etwas länger gehen können. Als großer Fan habe selbst noch ein paar neue Informationen erfahren. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Brand New Oldies Vol. 4 und Carstens Biografie! :-)

Carsten Bohn als Quelle der Informationen. Selten ist der Komponist und Musiker so aus sich heraus gekommen. Bereitwillig und offen berichtet er von verschiedenen Stationen seines Lebens.
Recht neutral sein Bericht um die Anfänge und den Ärger mit Körting und Buermann. Wunderbar erzählt, der Sprung über den Teich. Auch Standpunkt und Umgang mit der deutschen Musikszene sind nachvollziehbar.

Leider ist der Interviewpartner der Materie völlig fern. Von Vorbereitung keine Spur. Ständige Rückversicherungen in den Hintergrund lassen die Frage aufkommen, wer hier das Gespräch leitet. Themensprünge- bzw. Abbrüche wirken recht konzeptlos. (Wurde hier stark zusammengeschnitten?) l

Immerhin versteht es Herr Bohn durch eine souveräne Art und beherzte Erzählweise, die Fehler seines akustischen Gegenübers wettzumachen.

An das Team:
Recherche besteht nicht aus Wikipedia. Wer sich um einen Künstler bemüht, sollte (wenigstens) mit den letzten Werken vertraut sein.

Journalismus verlangt nach ernsthafter Beschäftigung mit dem jeweiligen Anliegen. Traurig, wenn der Musiker im Interview mehrfach anbieten muss, seine Werke zu verschicken. Damit der Interviewpartner wenigstens nach dem Fragenkarussell wahrnimmt, mit welcher Art Künstler er die Ehre hatte.
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Diese harschen Worte sollen nicht beleidigen. Es ist Kritik an schnell heruntergekurbeltem Onlinejournalismus, der jeglichen Bezug missen lässt.

Danke echt ein tolles Interview.

Aber Tape deck Project war doch auch in den Charts. Ich hab auf jeden Fall eine Maxi CD hier irgendwo rumfliegen :-)

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Carsten Bohn hat nicht nur Musik für Hörspiele gemacht. Heutzutage veröffentlicht er unter seinem bürgerlichen Namen. Im Laufe seiner Karriere war er aber Mitglied in unzähligen anderen Kombos. Hier ein kleiner Auszug seiner Vita:

The Rebels
(erste Schülerband in den 60ern)
City Preachers
(Nachfolger von Drummer Udo Lindenberg!)
Frumpy (mit Inga Rumpf)
Dennis
(benannt nach seinem Sohn *1971)
Carsten Bohn's Bandstand (Bandleader)
Jan Hammer Group (Drums)

Besagter Sohn Dennis ist übrigens der Mann hinter dem Techno-Projekt Brookklyn Bounce und damit vor allem in den späten 90ern erfolgreich gewesen.
Seit 2004 hat Carsten Bohn die Instrumental-Stücke aus den Europa-Hörspielen, die zu dem Rechtsstreit mit Sony geführt haben, neu eingespielt und im Rahmen der Reihe 'Brand New Oldies Vol. 1-3' herausgebracht. An dem vierten Teil arbeitet Bohn momentan und versucht sie eigenen Angaben zufolge noch Ende diesen Jahres auf den Markt zu bringen.