Richtfest

Capa-Haus mahnt weiterhin an Kriegsopfer

Das baufällige Capa-Haus in Lindenau ist vor dem endgültigen Niedergang bewahrt. Am 8. Mai 2015 wurde beim Richtfest die nahe Fertigstellung gefeiert. Capas berühmtes Foto "Last man to die" erinnert an die Kriegsbefreiung Leipzigs.
Um das historisch bedeutsame Haus vor dem Abriss zu retten, hat sich eine Bürgerinitivative formiert.

Das geschichtsträchtige Capa-Haus hat seinen Namen von dem US-amerikanischen Soldaten und Fotografen Robert Capa, der dort das weltberühmte Foto „Last man to die“ geschossen hat, erhalten. Darauf ist der US-Soldat Raymond J. Bowman zu sehen, der sich auf einem Balkon des Hauses positioniert, dort aber tödlich getroffen wurde. Capas Foto zeigt den US-Soldaten, wie er halb aus der Balkontür herausgefallen am Boden liegt, unter ihm bildet sich eine Blutlache. Es ist damals im Life-Magazin erschienen und hat den tragischen Moment auf dem Balkon des Capa-Hauses weltweit bekannt gemacht. 

Ein Beitrag von Redakteur Marvin Fazil
 

Das Foto ist später um die Welt gegangen und wurde zu einem Sinnbild für die Befreiung Leipzigs nach dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings hat das Haus über 15 Jahre leer gestanden und ist in der Silvesternacht 2011/2012 teilweise niedergebrannt. Es wurde mit der Zeit immer maroder und fiel schließlich dem Verfall anheim. Die Stadt Leipzig fasste anschließend den Entschluss, die baufällige Ruine zum Abriss freizugeben.

Um das historisch bedeutsame Haus vor dem Abriss zu retten, hat sich um den Links-Politiker Dr. Volker Külow und den Leipziger Kabarettisten Meigl Hoffmann eine Bürgerinitiative formiert. Durch Pressekonferenzen hat sie die Öffentlichkeit auf die Rolle des Hauses bei der Befreiung Leipzigs durch die Alliierten aufmerksam gemacht.

Als der bayrische Investor und Immobiliensammler Horst Langner auf das denkmalgeschützte Capa-Haus aufmerksam wurde, hat er sofort den historischen Wert des architektonischen Juwels erkannt. Er entschied sich, das Gebäudeensemble Jahnallee 61 sowie Luppenstraße 26 und 28 zu restaurieren: Um dadurch Robert Capas Geschichte weiterhin zu bewahren und das „Tor zu Lindenau“, wie das Capa-Haus liebevoll genannt wird, vor dem Abriss zu schützen.

In Gedenken an Capa

Mit der Wiederaufbereitung des Gebäudekomplexes soll der historische Bezug und vor allem die Erinnerung an Robert Capa sowie seinem Foto „Last man to die“ vor dem Vergessen bewahrt werden. Deshalb wurde bereits die Straße vor dem Haus in Capastraße umbenannt. Außerdem wird bis Herbst 2015 das Café Eigler im Capa Haus mit einem eigenen Museum, einem Gedenkraum und der populären Fotografie Capas eröffnen. So soll Robert Capas Geschichte als Mahnung für alle nachfolgenden Generationen stehen, den fragilen Frieden Deutschlands wertzuschätzen und sich an all die Opfer und Kriegsgefallenen zu erinnern.

 

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