Konzertbericht - The Amity Affliction

Bunte Post-Hardcore-Tüte

Die australische Band The Amity Affliction spielte am 19.10. im Täubchenthal. Mit dabei hatten sie Dream State, Endlos Heights und The Plot In You. In circa vier Stunden wurde den Gästen der Show eine erstaunliche musikalische Vielfalt geboten.
The Amity Affliction live
The Amity Affliction begeistern das Publikum

Erwartung

Es ist für Hardcore (und verwandte Genres) nicht unbedingt untypisch, dass es zwei oder drei Vorbands gibt. Oft muss ich gestehen, dass ich die Namen dieser Bands noch nie zuvor gehört habe und dann leider auch schnell danach wieder vergessen möchte. Doch diesmal ist alles anders: zwei Bands, die aktuell bei mir rauf und runter laufen sind Vorbands. Dafür kenne ich The Amity Affliction nur von vor einigen Jahren. Meine Erwartung an das Konzert ist also vielleicht etwas untypisch. Ich rechne damit, dass ich die erste und dritte Band - Dream State und The Plot In You- großartig finden werde. Was mich bei Endless Heights und The Amity Affliction erwartet, lasse ich hingegen eher als Überraschung auf mich zukommen. 

Dream State live
 

Beginn

Um 19 Uhr geht es los mit Dream State. Die fallen schon auf, bevor man sie spielen hört, sie haben nämlich eine weibliche Shouterin und das gibt es eben leider immer noch eher selten. Hört man Charlotte Gilpin dann singen und shouten, merkt man schnell, dass ihre Vocals auf einem Niveau sind, von dem andere nur träumen können. Die Band spielt ein kurzes aber sehr stimmiges Set, das damit endet, dass sie ihre wohl bekannteste Single "White Lies" spielen, in der Gilpin ihre eigenen Erfahrungen mit Sucht und psychischen Erkrankungen thematisiert. 

Show

Nachdem Dream State ein stimmungsvolles und emotionales Set vorlegen, bricht die Show mit Endless Heights ein wenig ein. Die spielen musikalisch zwar Songs, an denen es wenig zu kritisieren gibt, aber es kommt dabei kein Gefühl auf. Nach einer halben Stunde gehen Endless Heights von der Bühne und es Zeit für The Plot In You. Die bringen wieder viel Gefühl mit und die Stimmung der Songs legt sich fast schon drückend über das Publikum. The Plot In You spielen sehr sauber und aufeinander abgestimmt und die einzelnen Songs funktionieren gut miteinander.  Gegen Ende des Sets sehe ich einige Reihen vor mir sogar Feuerzeuge, mit denen leicht zum Takt der Musik gewunken wird. Das habe ich auf Shows dieser Art auf jeden Fall noch nicht so oft erlebt. Der Musik tut es aber nicht weh und die ist, wie man es von The Plot In You nicht anders kennt, beeindruckend. 

The Plot In You live
 

The Amity Affliction

Nach The Plot In You ist es dann Zeit für die Band, für die wohl die meisten Besucher dieser Show gekommen sind. The Amity Affliction kommen aus Australien und haben inzwischen sechs Studioalben veröffentlicht. Die sind musikalisch sehr divers und genauso ist auch das Set der Band. Gefühlt ist von Pop Punk bis Metalcore alles dabei und jeder neue Song, der anklingt, wird vom Publikum wie der größte Hit gefeiert. Obwohl die Band eine fast schon unangenehme Bühnenpräsenz hat, die sehr einnehmend und bedrohlich wirkt, nimmt das der Stimmung des Auftritts nichts. Das etwa einstündige Konzert der Band macht viel einfach sehr viel Spaß.

Fazit

Der Abend bringt sehr viele Stimmungen und Gefühle mit sich, da die auftretenden Bands sehr unterschiedlich sind. Immer wieder gibt es Highlights der einzelnen Auftritte, doch zusammenfassend bleibt vor allem ein sehr positiver Eindruck.

 

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